Alibaba könnte chinesischen Chiphersteller Tsinghua Unigroup retten

Die Alibaba-Gruppe ist einer von 7 interessierten Investoren für die insolvente Tsinghua Unigroup. Diese fertigt Halbleiter, die derzeit stark gefragt sind.

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Silizium-Wafer

(Bild: c't/Christof Windeck)

Von
  • Frank Schräer

Die insolvente chinesische Tsinghua Unigroup hat einer Umstrukturierung zugestimmt. Zu den sieben potenziellen Investoren gehört nur ein Privatunternehmen: Die Alibaba-Gruppe. Die anderen Interessenten sind staatlich geführte oder mehrheitlich im staatlichen Besitz befindliche chinesische Firmen.

Im Juli ist die Tsinghua Unigroup pleite gegangen; gut 26 Milliarden Euro Schulden standen Mitteln im Wert von knapp sieben Milliarden Euro gegenüber. Zur Tsinghua Unigroup gehört etwa Yangtze Memory Technologies (YMTC), der einzige chinesische Speicherhersteller moderner NAND-Flash-Bausteine, sowie Unisoc, ein Designer von Systems-on-Chip (SoCs), die in chinesischen Smartphones landen.

Die Tsinghua Unigroup ist wichtiger Teil von Chinas Plan, bis 2025 eine unabhängige Halbleiterindustrie aufzubauen. Da kommt eine Zerschlagung des Halbleiterriesen trotz der Zahlungsschwierigkeiten für die Volksrepublik nicht infrage. Chinesische Staatsunternehmen wie die China Electronics Corporation und die Beijing Electronics Holding stehen laut Light Reading als potenzielle Investoren einer Umstrukturierung bereit.

Die Tsinghua Unigroup selbst spricht von sieben potenziellen Investoren, nennt allerdings keine Namen. Eine endgültige Entscheidung über die Umstruktierung der Tsinghua Unigroup ist für Februar 2022 vorgesehen. NikkeiAsia berichtet, dass die Alibaba-Gruppe unter den sieben Firmen ist. Alibaba war bereits an einer Übernahme Unisplendours interessiert. Dieser Teil der Tsinghua Unigroup stellt Cloud-Infrastruktur bereit. Die Übernahme hätte Alibaba bis zu 7,7 Milliarden Dollar gekostet, wurde aber nicht vollzogen.

Für Alibaba könnte an der Tsinghua Unigroup neben Unisplendour insbesondere die Chip-Produktion interessant sein. Alibaba entwickelt eigene Chips, die von Auftragsfertigern hergestellt werden. Diese Woche hat Alibabas Cloud-Sparte den neuen Server-Prozessor Yitian 710 mit 128 Kernen auf ARM-Basis vorgestellt, der in 5-Nanometer-Technologie gefertigt wird.

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Aufgrund Kernzahl und Produktionsprozess ist TSMC in Taiwan der wahrscheinlichste Fabrikant. Der weltweite Chipmangel bis mindestens 2023 bedeutet, dass Auftraggeber mit beschränkten Volumina und höheren Preisen rechnen müssen.

(fds)