Alles im Fluss: Arbeiten an LNG-Terminal in Wilhelmshaven im Zeitplan

Ende des Jahres soll Deutschlands erstes Flüssigerdgas-Terminal in Betrieb gehen. Bislang liegen die Arbeiten im Zeitplan. Entscheidend ist das Wetter.

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Blick auf die Baustelle des LNG-Terminals in Wilhelmshaven. Zu sehen ist ein Schwimmkran, der Betonteile einsetzt.

(Bild: NPorts)

Die Bauarbeiten am Flüssigerdgas-Terminal in Wilhelmshaven liegen laut der niedersächsischen Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts im Zeitplan. Knapp vier Monate nach Baubeginn sind insgesamt 194 Pfähle eingerammt worden. Diese dienen zur Befestigung der neuen Anlagen für den LNG-Anleger. 53 Pfähle müssen noch gerammt werden. Eine Betonplattform und eine Zugangsbrücke sind bereits mithilfe eines Schwimmkrans eingesetzt worden.

Laut NPorts sind ständig 30 bis 40 Personen auf der Baustelle beschäftigt. Hinter dem Deich ist derweil die Baustelle für eine neue Gaspipeline in vollem Gange. Diese verbindet das neue Terminal mit dem nationalen Gasnetz und Gasspeichern im ostfriesischen Friedeburg. Nach einer Protestaktion von Klimaschützern ist dort eine ständige Polizeipräsenz eingerichtet worden und die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Baustelle wurden erhöht. Im weiteren Trassenverlauf sind indessen auch bereits die Arbeiten an den Rohren zu beobachten.

Beim Bau des LNG-Terminals kann auf eine bestehende Umschlaganlage für chemische Stoffe am Voslapper Groden zurückgegriffen werden, was die Errichtung des LNG-Terminals deutlich beschleunigt. Zudem ist im ersten Schritt der Einsatz einer Floating Storage Regasification Unit (FSRU) geplant, eines Spezialschiffes, mit dem das tiefkalte Flüssiggas, das mit LNG-Schiffen anlandet, wieder in einen gasförmigen Zustand umgewandelt wird.

Das LNG-Terminal in Wilhelmshaven soll nach Angaben des niedersächsischen Energieministeriums noch in diesem Winter, am 23. Dezember, den Betrieb aufnehmen. Unsicherheiten bestehen durch die bevorstehende Sturm- und Hochwassersaison. Das Terminal, das von Uniper betrieben wird, soll die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Gaslieferungen weiter schmälern. Über den Anleger können laut Betreiberangaben rund 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr importiert werden. Dies entspreche 8,5 Prozent des deutschen Gasbedarfs. Weitere Terminals sind in Brunsbüttel, Stade und Lubmin in Planung. Kürzlich wurden außerdem Pläne für ein weiteres schwimmendes Terminal in Wilhelmshaven bekannt gegeben.

(mki)