Gewinnexplosion bei CPUs: AMDs Geschäftszahlen zum Jahresauftakt

AMD nahm Anfang 2022 so viel Geld mit Prozessoren (Ryzen, Epyc) und Grafikchips (Radeon, Instinct) ein wie noch nie.

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Der Ryzen 7 5800X3D als AMDs Prozessortopmodell fürs Gaming tauchte noch nicht in der Bilanz vom ersten Quartal 2022 auf.

(Bild: Mark Mantel / heise online)

Erstmals in der Firmengeschichte überstieg AMDs Quartalsumsatz die Marke von 5 Milliarden US-Dollar: Knapp 5,9 Milliarden US-Dollar nahm die Firma von Januar bis März 2022 ein – 71 Prozent mehr als im Vorjahr (3,45 Milliarden). Selbst wenn man den Umsatz des im Februar übernommenen FPGA-Spezialisten Xilinx herausrechnet, landete AMD bei gut 5,3 Milliarden US-Dollar, was ein Plus von 55 Prozent ergäbe.

Die mit der Xilinx-Übernahme verbundenen Kosten waren der Grund, warum der Gewinn im Jahresvergleich "nur" um 42 Prozent von 555 auf 786 Millionen US-Dollar stieg und im Quartalsvergleich um 19 Prozent sank. Ende 2021 hatte AMD 4,8 Milliarden US-Dollar umgesetzt und einen Gewinn von 974 Millionen US-Dollar erzielt.

Aufgrund der Xilinx-Übernahme sind dieses Mal die "Non-GAAP"-Margen interessant, bei denen AMD die Milliarden-Ausgaben für den Firmenkauf ausblendet: Die Bruttomarge stieg binnen dreier Monate von 50 auf 53 Prozent, die operative Marge von 27 auf 31 Prozent.

Umsatztrend bei AMD: Seit 2020 geht es stetig bergauf.

(Bild: AMD)

AMD zeigte sich im ersten Quartal 2022 vom leicht rückläufigem PC-Markt unbeeindruckt, denn die Sparte Computing and Graphics rund um Ryzen-Prozessoren und Radeon-Desktop-Grafikkarten beziehungsweise -Notebook-Grafikchips wuchs unbeirrt weiter. Sie sorgte für einen Rekordumsatz von 2,8 Milliarden US-Dollar – 33 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (2,1 Milliarden) und 8 Prozent mehr als im vorherigen Quartal (2,58 Milliarden).

AMD hebt hervor, dass das Wachstum gegenüber Ende 2021 von Ryzen-CPUs stammte. Der rückläufige PC-Markt betraf somit nur Intel, dessen Umsatz mit PC-Prozessoren zuletzt sank, und zwar exponentiell zum PC-Markt, der im ersten Quartal 2022 bei einem Minus von 5,1 Prozent lag.

Noch besser läuft es bei AMDs Enterprise-Geschäft rund um Epyc-Prozessoren und Instinct-GPU-Beschleuniger für Server, Semi-Custom-Chips (etwa für die Playstation 5, Xbox Series X und das Steam Deck) und Embedded-Produkte. Der Umsatz explodierte im Jahresvergleich um 88 Prozent auf 2,5 Milliarden US-Dollar (exklusive Xilinx), insbesondere dank gestiegener CPU-Verkäufe. Einzig die Instinct-GPUs schwächelten.

Mit der Xilinx-Übernahme und dem Enterprise-Wachstum sinkt derweil das Gewicht der PC-Sparte, die erstmals wenige als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmachte – die 2,8 Milliarden US-Dollar entsprachen 48 Prozent der Einnahmen.

Im jetzt laufenden zweiten Quartal erwartet AMD einen Umsatzanstieg um weitere 10 Prozent auf etwa 6,5 Milliarden US-Dollar. Die Börse nahm die Bekanntgabe der Geschäftszahlen äußerst positiv mit einem Plus von 7 Prozent auf. Die Aktie liegt derzeit bei rund 92 Euro – damit allerdings noch deutlich unter dem Allzeithoch von gut 140 Euro im Herbst 2021.

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