Alternative zu China: iPhone 14 wird auch in Indien gebaut

Apple hat mitgeteilt, dass auch das neueste iPhone-Modell des Konzerns auf dem Subkontinent hergestellt wird. So will man wohl weniger abhängig von China sein.

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Tim Cook/Modi

Bei einem Besuch in Neu-Delhi tifft Apple-Chef Tim Cook (links) den Indischen Premierminister Narendra Modi.

(Bild: dpa, Government Of India/Handout)

Von
  • Ben Schwan

Apple wird nun auch sein jüngstes iPhone-Modell nicht mehr nur in China, sondern auch in Indien produzieren. In einem Statement des Konzerns vom Wochenende heißt es, man sei "begeistert, dass iPhone 14 in Indien herzustellen".

In welchem Werk die Produktion beginnt, wurde zunächst nicht bekannt. Dennoch ist die Ankündigung für Apple ein wichtiges Zeichen: Üblicherweise dauert es bislang Monate bis sogar Jahre, bevor das jeweils aktuelle iPhone-Modell auch außerhalb Chinas hergestellt wird, da der Produktionsanlauf in anderen Weltregionen Zeit kostet. Beim iPhone 14 ist es Apple nun offensichtlich gelungen, dies zu beschleunigen.

Bislang fertigt der iPhone-Konzern sein wichtigstes Produkt vor allem in der Volksrepublik. Teile der Fertigung erfolgen seit einigen Jahren aber auch in Indien und Brasilien; Vietnam, wo bereits iPads und AirPods in die Herstellung gehen, gilt als weiterer möglicher Standort für das iPhone. Anfangs wurden außerhalb Chinas nur ältere iPhones gebaut; teilweise auch solche, die nur noch in Emerging Markets angeboten werden. In Brasilien soll dies immer noch so sein. Auf dem Subkontinent hat Apple nun aber deutlich herausragendere Pläne – das Land soll deutlich mehr iPhones liefern, als bislang.

Analysten zufolge könnten ab Ende 2022 rund fünf Prozent aller iPhone-14-Modelle in Indien montiert werden – ob die Pro-Varianten hier enthalten sind, ist jedoch unklar. Die Geräte dürften vor allem lokal verkauft werden, der Subkontinent ist mittlerweile der zweitgrößte Smartphone-Markt nach China und hat eine aufstrebende Mittelschicht. Bis 2025 könnte dann eines von vier iPhones in Indien gefertigt werden, so das Bankhaus J.P.Morgan. Damit käme deutlich Schwung in Apples Pläne, seine Herstellung zu diversifizieren.

Apple hat in China zunehmend mit Produktionsproblemen zu kämpfen – obwohl dort die größten Teile der eigenen Lieferkette sitzen. So gab es in mehreren Städten, in denen Apple über seine Auftragsfertiger engagiert ist, im Frühjahr neuerliche Corona-Lockdowns, die zu Produktionsunterbrechungen führten. Auch jetzt kommt es noch vor, dass die Volksrepublik ganze Städte abriegeln lässt. Zuvor hatte Apple aufgrund der sich eintrübenden Handelsbeziehungen zwischen den USA und China versucht, Ausweichmöglichkeiten zu finden. Dies führte zu Strafzöllen unter der Trump-Regierung – doch auch der neue Präsident Joe Biden fährt einen harten Kurs gegenüber Peking. Im Gegenzug macht die Kommunistische Partei Druck auf lokale Produzenten, darunter auch Apple und seine Fertiger.

Gänzlich problemfrei ist die Herstellung in Indien allerdings nicht. So soll Apple Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Geheimhaltungsstandards haben, die dem Konzern sehr wichtig sind. Zudem gab es Probleme, Arbeitsschutzstandards einzuhalten. Weiterhin muss Apple in Indien seine gigantische Lieferkette "nachbauen", die in China seit Jahrzehnten vorhanden ist. Viele Teile für das iPhone werden daher zunächst nach Indien importiert, um dann endmontiert zu werden. Es dürfte lange dauern, bis sich auch ausreichend Zulieferbetriebe für das iPhone auf dem Subkontinent etabliert haben.

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(bsc)