Amazon gründet Counterfeit Crimes Unit zur Verfolgung von Produktfälschern

Amazon duldet keine Produktfälschungen in seinem virtuellen Einkaufsladen. Ein neues globales Team soll Anbieter von Produktfälschungen rechtlich verfolgen.

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(Bild: Hadrian/Shutterstock.com)

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Der Online-Shop Amazon hat ein globales Team gegründet, um Produktfälschern und Anbietern von Produktfälschungen das Handwerk zu legen. Die "Counterfeit Crimes Unit" soll rechtlich gegen diesen Personenkreis vorgehen, die gegen Gesetze sowie beim Anbieten von gefälschten Produkten im Amazon Shop gegen die hauseigenen Richtlinien verstoßen. Das gab Amazon am Mittwoch bekannt.

Das Team soll sich nach Angaben von Amazon aus "ehemaligen US-Bundesstaatsanwälten, erfahrenen Ermittlern und Datenanalysten" zusammensetzen. Amazon will so vermeiden, dass in seinem Online-Shop, insbesondere im Marketplace, Fälschungen angeboten werden. Zwar habe das Unternehmen in den letzten Jahren Anti-Fälschungsprogramme für viele Produktkategorien aufgelegt, dies reiche jedoch nicht aus, um Produktfälschungen in Amazons Online-Store gänzlich auszuschließen.

Allein 2019 habe Amazon rund 500 Millionen US-Dollar im Kampf gegen Plagiate im Shop ausgegeben. 8000 Mitarbeiter seien mit der Thematik beschäftigt. Mehr als 6 Milliarden Angebote gefälschter Produkte habe Amazon in dem Jahr blockiert, noch bevor sie im Shop auftauchen konnten. Mehr als 2,5 Millionen Konten potenzieller krimineller Anbieter seien im Zuge dessen gesperrt worden.

Die neue Abteilung, über deren Umfang Amazon keine Aussagen trifft, soll dazu Daten des Online-Shops auswerten. Außerdem wolle das Team externe Informationen, etwa von Zahlungsdienstleistern, beschaffen und auswerten. Amazon verspricht sich von der dann möglichen zivilrechtlichen Verfolgung, mögliche Täter zur Rechenschaft zu ziehen und vermutlich andere abzuschrecken. Dabei will Amazon eng mit großen Marken, die immer wieder Opfer von Produktfälschungen werden, sowie mit Strafverfolgungsbehörden weltweit zusammenarbeiten.

Dharmesh Mehta, Vizepräsident Customer Trust und Partner Support bei Amazon, erwartet viel von der Counterfeit Crimes Unit und betont die Wichtigkeit der Kooperationen: "Wir arbeiten intensiv daran, diese kriminellen Netzwerke zu entlarven und zu zerschlagen und wir zollen den Strafverfolgungsbehörden Respekt, die diesen Kampf bereits führen. Wir appellieren an Regierungen, diesen Behörden die Ermittlungsinstrumente, Finanzmittel und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen, um kriminelle Fälscher vor Gericht zu bringen. Denn Strafverfolgung – durch Anklagen und andere Ordnungsmaßnahmen wie das Einfrieren von Vermögenswerten – ist einer der wirksamsten Wege, sie zu stoppen.“

(olb)