Amazon steigert Gewinn kräftig - Anleger dennoch enttäuscht

Gewinn steigt um 50 Prozent, Umsatz um 27 Prozent. Nach stärkerem Wachstum im Vorjahr hatten Analysten mehr erwartet, aber Cloud-Dienst bleibt Wachstumsmotor.

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Amazon-Firmengebäude

(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

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  • Frank Schräer

Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat im zweiten Quartal weiter vom Trend zum Einkauf im Internet und boomenden Cloud-Diensten profitiert. In den drei Monaten bis Ende Juni stieg der Nettogewinn im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar (6,6 Mrd. Euro). Die Erlöse wuchsen um 27 Prozent auf 113,1 Milliarden Dollar, wie Amazon am Donnerstag nach US-Börsenschluss bekannt gab.

Damit knackte Amazon im dritten Vierteljahr in Folge die Marke von 100 Milliarden Dollar. Anleger reagierten jedoch enttäuscht und ließen die Aktie nachbörslich zunächst um vier Prozent fallen. Angesichts der ohnehin schon hohen US-Verbraucherausgaben und der diesmal ins zweite Quartal vorgezogenen Rabattschlacht "Prime Day" waren die Erwartungen der Analysten hoch gewesen.

Für Enttäuschung am Markt sorgte zudem die Geschäftsprognose für das laufende Vierteljahr. Amazon stellte Erlöse von bis zu 112 Milliarden Dollar in Aussicht, was einer deutlichen Abschwächung des Wachstums auf maximal 16 Prozent entspricht – für Amazons Verhältnisse bescheiden. An der Wall Street war mit einer höheren Umsatzprognose und auch insgesamt mit besseren Quartalszahlen um 115 Milliarden Dollar gerechnet worden.

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Amazon hatte 2020 stark vom Online-Boom aufgrund der Coronavirus-Pandemie profitiert und war stark gewachsen – 40 Prozent im Vorjahr, während es jetzt nur noch 27 Prozent sind. Amazons Finanzchef Brian Olsavsky erklärte laut The Verge, dass Kunden im Laufe des letzten Quartals weniger Zeit zu Hause verbracht haben, da Corona-Regeln in vielen Ländern gelockert wurden.

Positiv hebt der neue Amazon-Chef Andy Jassy dagegen die Cloud-Dienste hervor. Die "Amazon Web Services" (AWS) erzielten 14,8 Milliarden Dollar Umsatz – 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wächst dieser Geschäftsbereich am stärksten bei Amazon und auch stärker als im Vorquartal, als dieser um 29 Prozent wuchs.

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Sassy hat seinen Posten als Amazon-CEO erst Anfang dieses Monats übernommen. Er arbeitet seit 1997 bei Amazon und leitete seit fünf Jahren AWS. Der Gründer und bisherige Chef Jeff Bezos hatte im Februar seinen Rücktritt verkündet. Dieser kümmert sich nun um neue Produkte und Projekte wie sein Weltraumunternehmen Blue Origin, bleibt Amazon aber als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrates erhalten. (mit Material der dpa) /

(fds)