Analyst: Apple sollte DuckDuckGo kaufen

Apple nutzt die privatsphärenfreundliche Suchmaschine in seinen Betriebssystemen schon länger, erhält aber auch Milliarden von Google.

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Apples Dienstegeschäft wird immer wichtiger. Der Konzern verdient mit Apple Music, iCloud, App Store und seinen anderen Internet-basierten Produkten zunehmend gutes Geld. Kommt künftig nun auch das Suchmaschinengeschäft hinzu? Zumindest ein renommierter Analyst hofft dies – und hat dem iPhone-Konzern nun vorgeschlagen, sich für DuckDuckGo zu interessieren.

Die 2008 von Gabriel Weinberg in den USA gegründete Suchmaschine gilt als besonders privatsphärenfreundlich und sammelt zum Beispiel keinerlei personalisierte Suchdaten – der kleine Google-Konkurrent versucht sich damit von seinen Wettbewerbern abzusetzen. Der Bernstein-Analyst Toni Sacconaghi schreibt nun in seinem jüngsten Report, aktuell sei Google ganz klar die dominante Kraft im Suchgeschäft. Doch Apple könne aufgrund seiner iOS-Machtfülle hier zumindest dagegen agieren – zumal das Unternehmen derzeit nur Bing als ausgleichende Kraft einsetzen könne.

Aktuell verdient Apple mit der Einbindung von Google in iOS sowie macOS und iPadOS jedes Jahr mehrere Milliarden US-Dollar – der Suchkonzern teilt die Werbeeinnahmen mit Apple. Entsprechend müsste eine Übernahme von DuckDuckGo dazu führen, dass Apple diese Umsätze auf absehbare Zeit ausgleichen kann. Aktuell weiß niemand, was DuckDuckGo verdient. Die Suchmaschine ist nicht an der Börse und muss keine Zahlen vorlegen. Im Mai 2020 stand sie immerhin auf einem Alexa-Rank von 183.

Apple setzt DuckDuckGo schon seit mehreren Jahren zumindest als Option in iOS, iPadOS und macOS ein – Nutzer können die Suchmaschine neben Google und Bing auswählen. Auch nutzt DuckDuckGo seit Anfang 2019 Apple Maps als integrierten Kartendienst.

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Sacconaghi meint, Apple könne erwägen, seine eigene Suchmaschine zu übernehmen, um das lukrative Werbegeschäft selbst abzuschöpfen – oder Google "von unten" anzugreifen. Wirklich teuer würde das vermutlich nicht – der Bernstein-Analyst glaubt, dass DuckDuckGo für einen Preis von rund einer Milliarde US-Dollar zu haben wäre. Unklar ist allerdings, ob Weinberg überhaupt verkaufen will – das Unternehmen operiert seit langem profitabel. (bsc)