Analyst: So will Apple bei iPhone und MacBook unabhängiger von China werden

Apples streckt die Fühler zusehends in andere Produktionsländer aus. Bis zur Unabhängigkeit ist es ein weiter Weg. Doch der Plan steht, sagt ein Analyst.

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(Bild: rongyiquan/Shutterstock.com)

Bislang sind Apples erste Gehversuche mit der Produktion von Geräten außerhalb Chinas noch Kleinkram im Vergleich zum Gesamtausstoß. Doch das soll sich in ein paar Jahren signifikant ändern, sagt jetzt der Analyst Ming-Chi Kuo.

In einer Reihe von Tweets berichtet der Experte der Firma TF International Securities über neue Erkenntnisse, die er in der Zulieferindustrie gewonnen habe. Apple zeigt in letzter Zeit vermehrt Aktivitäten, mehr Geräte in Ländern wie Indien zu produzieren, um breiter aufgestellt zu sein. Hintergrund sind unter anderem die Spannungen zwischen den USA und China und der sich zuspitzende Taiwan-Konflikt. Aber auch wochenlange Covid-Lockdowns in zentralen Produktionsstätten sorgten nicht nur bei Apple für Sorgenfalten auf der Stirn.

Künftig sollen Indien und Thailand größere Rollen in der Herstellung von Apple-Produkten spielen, sagt Kuo. Vor allem mit Blick auf den US-Markt möchte Apple vorsorgen, dass Strafzölle das Geschäft negativ beeinflussen. Deshalb soll vorrangig die Produktion von Geräten für den amerikanischen Markt in andere Länder verlagert werden. Schon in drei bis fünf Jahren könnte dieses Ziel nach den Vorstellungen Apples erreicht werden. Der US-Markt macht zwischen 25 und 30 Prozent der weltweiten Lieferungen aus.

In Indien plane Apple, dass das dortige Unternehmen Tata stärker mit Pegatron und Wistron zusammenarbeitet, um den Anteil der nicht-chinesischen iPhone-Produktion zu erhöhen. Bislang sind die meisten Geräte für den indischen Markt bestimmt. Rund 80 Prozent verlassen derzeit gar nicht das Land.

Thailand soll indessen Kuo zufolge eine bedeutende Rolle bei der Herstellung der MacBooks zukommen. Diese werden bislang ausschließlich in China hergestellt. Im Sommer war zudem zu lesen, dass Apple bei der Apple Watch vermehrt auf Vietnam als Produktionsland setzen möchte.

In China will Apple laut Kuo weiterhin für den dortigen Markt herstellen. Dies könnte auch ein Zugeständnis des US-Unternehmens sein, damit es bei der politischen Führung nicht in Ungnade fällt und im schlimmsten Falle infolge von Regulierungsmaßnahmen einen wichtigen Absatzmarkt verliert. Die nicht-chinesischen Märkte sollen perspektivisch von Produktionsstätten außerhalb des Landes beliefert werden, wobei noch unklar ist, ob dies auch für Europa gilt.

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(mki)