Android 11: Letzte Beta mit Anpassung für Corona-Apps erschienen

Die dritte Beta bringt den Release-Candidate-Build und eine Ausnahme für das Exposure Notification System mit.

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(Bild: Arthur_Shevtsov/Shutterstock.com)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Google hat die dritte und letzte Beta von Android 11 veröffentlicht. Damit geht für Entwickler die Vorbereitung ihrer Apps in den Endspurt. Normalerweise gibt es in der späten Phase keine neuen Funktionen, aber auch hier gilt: Außergewöhnliche Umstände bringen ungewöhnliche Maßnahmen mit. Android 11 hat eine Anpassung für das durch die Corona-Apps genutzte Exposure Notification System (ENS) an Bord.

Ansonsten hatte bereits die erste Beta die endgültigen APIs für das Software Development Kit (SDK) und das Native Development Kit (NDK) an Bord. Die zweite Beta hatte zusätzlich die Plattformstabilität markiert. Damit waren somit nicht nur die Programmierschnittstellen final, sondern das System soll sich seitdem so verhalten wie das endgültige Release von Android 11.

Letzteres erscheint laut Ankündigung im Blog offiziell in den nächsten Wochen, aber einen festen Termin nennt der Beitrag nicht. Im Zuge des Smart-Home-Summits hatte sich jedoch als Datum der 8. September herauskristallisiert, wie heise Developer zum Release der zweiten Beta berichtet hat. Die dritte Beta bringt gleichzeitig den Release-Candidate-Build für Googles Pixel-Smartphones und den Android Emulator mit.

Die Neuerungen von Android 11

Google hat im Zuge der ersten drei Developer Previews nach und nach neue Funktionen für Android 11 eingeführt:

  • Die im Februar erschienene erste Developer Preview von Android 11 hatte vor allem neue Gerätetypen im Fokus. Sie zielte auf einen erweiterten Zugang in 5G-Netzen und berücksichtigte neue Bildschirmformate wie Waterfall Screens (Wasserfall-Displays), bei denen das Bild über den Rand geht und Pinhole Screens mit ausgesparter Kamera. Darüber hinaus brachte die Preview 1 eine erweiterte Neural Networks API (NNAPI) für Machine-Learning-Anwendungen mit.
  • Hinsichtlich neuer Geräte zielte die zweite Preview auf Foldables. Außerdem führte sie eine anpassbare Bildwiederholfrequenz vor allem für Spiele ein: Entwickler können in ihren Apps über die Framew-Rate-API Werte jenseits der üblichen 60Hz setzen, sofern die Endgeräte die erhöhte Rate bieten. Die ersten beiden Previews brachten zudem einige Ergänzungen, die Endanwendern mehr Kontrolle bei den Einstellungen zur Privatsphäre geben.
  • Mit der Developer Preview 3 kamen im April vor allem Entwicklertools hinzu. Seitdem lassen sich Apps über das WLAN drahtlos debuggen. Die Integration des GWP-ASan (GWP-ASan Will Provide Allocation SANity) aus der LLVM Compiler Collection soll beim Auffinden von Speicherfehlern helfen. Schließlich hat Google die Exit Reasons API erweitert, die einen Einblick in den Grund für das Beenden von Apps gibt.
  • Google hatte zudem im Juli im Rahmen einer Fragerunde angekündigt, die Verwaltung von Hintergrund-Apps in Android 11 zu verbessern.

Die einzige Änderung betrifft die Exposure Notification API, die Google zusammen mit Apple erstellt hat. Sie ermöglicht betriebssystemübergreifend eine Abstandsabschätzung zwischen Endgeräten mit iOS und Android und dient weltweit als Schnittstelle für die Corona-Warn-Apps. In Deutschland haben SAP und die Deutsche Telekom die App entwickelt, die seit Mitte Juni verfügbar ist.

Ende Juli hatte Google ein Update des ENS angekündigt, das unter anderem bessere Flexibilität beim Einschätzen des Risikolevels bringen soll und die Bluetooth-Kalibrierung verbessert. Außerdem bietet die API Interoperabilität zwischen den Apps unterschiedlicher Staaten. Schließlich bietet Android einen Ein-Ausschalter für die ENS – verbunden mit dem regelmäßigen Hinweis darauf, dass die Schnittstelle aktiviert ist. Allerdings gibt es durchaus kritische Töne bezüglich des Datenschutzes auf Android beim Übermitteln der Daten über die Google-Play-Dienste.

Neu in der Beta 3 ist, dass Nutzerinnen und Nutzer für den Einsatz von Corona-Warn-Apps die Standorteinstellungen nicht aktivieren müssen. Die Ausnahme gilt ausschließlich für die ENS-Schnittstelle, die so konzipiert ist, dass Apps die Geräteposition nicht durch Bluetooth-Scanning erschließen können.

Entwicklerinnern und Entwickler sollten ihre Apps bis zum Release noch ausführlich auf die neuen Features von Android 11 testen und vor allem die neuen Beschränkungen im Blick haben, die sich unter anderem für den Zugriff auf externe Speichermedien und durch das Konzept der einmaligen Genehmigungen zum Zugriff auf die Kamera oder den Standort ergeben.

Google fordert zum Endspurt beim Testen und Veröffentlichen der Apps für Android 11 auf.

(Bild: Google)

Wer Tools, Libraries, SDKs oder Spiele-Engines entwickelt, sollte möglichst bald aktualisierte Varianten veröffentlichen, damit die Apps, die darauf zugreifen, rechtzeitig zum Release fertig werden.

Weitere Details zur dritten Beta von Android 11 finden sich im Android-Blog. Wer ein Pixel-Smartphone hat oder das Release im Emulator testen möchte, kann sich im Android-Beta Programm anmelden. Darüber hinaus bietet Google Flash-Images für Pixel 2, 3, 3a und 4 jeweils in der regulären und der XL-Version zum Download an.

(rme)