Googles Smartphone-System Android 11: Plattformstabilität und Releasedatum

Die Beta 2 der kommenden Android-Version markiert die Stabilität aller Funktionen, und in einer Smart-Home-Präsentation erscheint der Veröffentlichungstermin.

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(Bild: Arthur_Shevtsov/Shutterstock.com)

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Google hat die zweite Beta von Android 11 herausgegeben, womit die Entwicklung im Zeitplan bleibt. Das Release bringt keine großen Neuerungen, markiert aber den wichtigen Meilenstein der Plattformstabilität. Im Rahmen einer Präsentation zu Googles Smart-Home-Ambitionen kristallisiert sich derweil ein Datum für das endgültige Release heraus: der 8. September.

Entdeckt beziehungsweise gemeldet hatte den Termin unter anderem die Plattform Android Police. Das Datum stand demnach auf einer Folie auf dem "Hey Google" Smart Home Summit, das am 8. Juli virtuell stattfand und dessen Vorträge nach wie vor nach einer Registrierung verfügbar sind. Der Inhalt der Präsentation beschäftigte sich lediglich am Rande mit dem mobilen Betriebssystem, zeigte aber eine To-do-Liste für den Launch, mit dem Titel "Checklist for September 8th Android 11 launch".

Eine Folie auf dem Smart Home Summit enthüllt den potenziellen Erscheinungstermin von Android 11.

(Bild: Android Police)

Insgesamt liegt Android 11 damit wohl gut im Zeitplan, nachdem es in den letzten Monaten zu leichten Verzögerungen kam. Zunächst hatte Google im Mai eine zusätzliche Developer Preview eingeschoben, die sich vor allem auf Bugfixes konzentriert hatte. Der Release der ersten Beta verzögerte sich aufgrund der Unruhen in den USA um eine weitere Woche.

Die zweite Beta markiert nun die Plattformstabilität von Android 11. Den zusätzlich Meilenstein hat Google dieses Jahr wohl auf Wunsch zahlreicher Entwickler zusätzlich zur API-Stabilität eingeführt. Er geht weiter als die Integration der endgültigen APIs für das SDK (Software Development Kit) und NDK (Native Development Kit) in der Beta 1. Die Stabilität der Plattform bedeutet, dass auch das System sich so verhält wie das endgültige Release.

Die Betaversionen zielen im Gegensatz zu den Developer Previews nicht nur auf Entwickler, sondern stehen auch Endnutzern als Over-the-Air-Update (OTA) offen. Dazu müssen sie sich im Beta-Kanal anmelden und ein passendes Gerät besitzen. Die Beta-Seite führt lediglich die Google-Smartphones Pixel 2, 3, 3a und 4 jeweils in der regulären und XL-Variante auf. Andere Android-Telefone bleiben zunächst ebenso außen vor wie das Google-Tablet Pixel C, das schon länger keine Updates mehr erhält.

Trotz der allgemeinen Verfügbarkeit richtet sich die Beta 2 aufgrund der Plattformstabilität in erster Linie an Entwickler. Sie sollen ihre Apps finalen Kompatibilitätstests unterziehen. Besonders im Fokus stehen diejenigen, die keine Apps für Endanwender, sondern Librarys, Tools, SDKs oder Game Engines für andere Entwickler anbieten.

Wer Apps programmiert und anbietet, sollte vor allem darauf achten, dass sich die Anwendungen unter Android 11 wie erwartet verhalten und nicht beispielsweise durch Einschränkungen bei den Zugriffsrechten Fehler provozieren. Von Googles Seite her sollen Änderungen der Plattform zunächst einen sanften Übergang für Entwickler bedeuten und sie zunächst nur als optionales Feature einführen, bis Entwickler die targetSdkVersion auf Android 11 setzen.

Zum Testen der Kompatibilität lassen sich die neuen Funktionen und Einschränkungen einzeln aktivieren oder deaktivieren.

(Bild: Google)

Zum Testen können Entwickler zudem alle Änderung, die potenziell die Kompatibilität beeinflussen, einzeln aktivieren beziehungsweise deaktivieren. Auf die Weise können sie neue Funktionen und Einschränkungen wie den begrenzten Zugriff auf externe Speichermedien oder die einmaligen Genehmigungen zum Zugriff auf den Standort oder die Kamera separat prüfen.

Die Neuerungen von Android 11 im Überblick

Google hat im Zuge der ersten drei Developer Previews nach und nach neue Funktionen für Android 11 eingeführt:

  • Die im Februar erschienene erste Developer Preview von Android 11 hatte vor allem neue Gerätetypen im Fokus. Sie zielte auf einen erweiterten Zugang in 5G-Netzen und berücksichtigte neue Bildschirmformate wie Waterfall Screens (Wasserfall-Displays), bei denen das Bild über den Rand geht und Pinhole Screens mit ausgesparter Kamera. Darüber hinaus brachte die Preview 1 eine erweiterte Neural Networks API (NNAPI) für Machine-Learning-Anwendungen mit.
  • Hinsichtlich neuer Geräte zielte die zweite Preview auf Foldables. Außerdem führte sie eine anpassbare Bildwiederholfrequenz vor allem für Spiele ein: Entwickler können in ihren Apps über die Framew-Rate-API Werte jenseits der üblichen 60Hz setzen, sofern die Endgeräte die erhöhte Rate bieten. Die ersten beiden Previews brachten zudem einige Ergänzungen, die Endanwendern mehr Kontrolle bei den Einstellungen zur Privatsphäre geben.
  • Mit der Developer Preview 3 kamen im April vor allem Entwicklertools hinzu. Seitdem lassen sich Apps über das WLAN drahtlos debuggen. Die Integration des GWP-ASan (GWP-ASan Will Provide Allocation SANity) aus der LLVM Compiler Collection soll beim Auffinden von Speicherfehlern helfen. Schließlich hat Google die Exit Reasons API erweitert, die einen Einblick in den Grund für das Beenden von Apps gibt.

Weitere Details zur zweiten Beta von Android 11 finden sich im Android-Blog. TechStage hat eine Liste der kompatiblen Endgeräte zusammengestellt.

(rme)