Android 12: Beta 2 von Googles Smartphone-System mit mehr Transparenz für User

Die zweite Beta bringt ein Privacy Dashboard und zeigt an, wenn Apps auf Kamera, Mikrofon oder die Zwischenablage zugreifen.

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(Bild: Google)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Die zweite Beta von Android 12 führt vor allem zusätzliche Funktionen zum Schutz der Privatsphäre ein, die Google bereits weitgehend im Rahmen der Google I/O angekündigt hatte. Für Enduser ist der Zugriff auf Kamera, Mikrofon und auch die Zwischenablage transparenter. Entwicklerinnen und Entwickler finden dazu einige neue APIs.

Die Roadmap bis zum endgültigen Release von Android 12 bleibt derweil unverändert: Im Juli steht eine weitere reguläre Betaversion an, und im August soll die Plattformstabilität erreicht sein. Das bedeutet aus Developer-Sicht, dass das SDK (Software Development Kit) und NDK (Native Development Kit) finalisiert sind. Dasselbe gilt für das Verhalten des Betriebssystems gegenüber den Apps.

Ein konkreter Release-Termin für Android 12 existiert noch nicht, aber die Plattformstabilität ist für August geplant.

(Bild: Google)

Die Beta 2 bringt das Privacy Dashboard mit, das einen Einblick darin gibt, wann welche Apps auf die Kamera, das Mikrofon oder den Standort zugegriffen haben. Über das neue System Intent ACTION_VIEW_PERMISSION_USAGE_FOR_PERIOD können Entwicklerinnen und Entwickler angeben, warum die App den Zugriff angefordert hat. Die darüber bereitgestellte Information lässt sich aus dem Dashboard abrufen. Details zum Einsatz des System Intent finden sich in der Dokumentation zu den Neuerungen.

Die Indikatoren, die den Zugriff auf die Kamera oder das Mikrofon durch eine App anzeigen, sind ebenfalls in der aktuellen Beta enthalten. User können zudem über die Quick Settings sehen, welche Apps die integrierten Geräte nutzen. Wer Apps entwickelt, sollte den Zugriff auf Kamera oder Mikrofon nur dann anfordern, wenn er tatsächlich nötig ist.

Die Android-Oberfläche bietet neuerdings sogenannte Quick Settings Toggles, um Apps den Zugriff auf Kamera und Mikrofon zu untersagen. Die Anwendungen erhalten in dem Fall keine Fehlermeldung, sondern einen leeren Feed. Entwicklerinnen und Entwickler können über die neue API SensorPrivacyManager abfragen, ob die Toggles auf dem jeweiligen Gerät verfügbar sind.

Neben Kamera und Mikrofon steht auch die Zwischenablage im Fokus der Transparenzoffensive. Android 12 zeigt an, wenn eine App den Inhalt über getPrimaryClip abfragt. Allerdings entfällt die Anzeige, wenn die Anwendungen auf eigene Inhalte im Clipboard zugreift.

Passend zu der in der Beta 1 vorgestellten neuen Oberfläche führt die zweite Android-Beta ein Internet-Panel ein, das eine bessere Übersicht über die Verbindungen bieten soll und Quick Settings für den Zugriff unter anderem auf die Verbindung zu unterschiedlichen Internet-Providern bietet.

Google hat die Einstellungen für den Internet-Zugriff überarbeitet.

(Bild: Google)

Weitere Details lassen sich dem Android-Developer-Blog entnehmen. Eine eigene Seite zeigt, für welche Geräte jenseits Googles Pixel-Smartphones die Beta 2 verfügbar ist. Wie üblich bietet sich für Entwicklerinnen und Entwickler das Testen der jüngsten Version mit dem Android Emulator an. Schließlich ist die Beta auch für Android TV verfügbar.

So wird Android 12

Die kommende Android-Version ist für Entwickler seit Februar verfügbar. Nach drei Developer Previews erschien im Rahmen der Google I/O die erste Betaversion, die sich auch an Enduser richtet.

Die wichtigsten Neuerungen für das im Herbst zu erwartende Release hat Google betreffen vor allem die Oberfläche und die Verwaltung der Privatsphäre.

  • Mit der Beta 1 hat Google im Mai das vollständig überarbeitete Design von Android vorgestellt. Das Designkonzept mit dem Titel Material You setzt nicht mehr auf fest vorgegebene Farben, sondern erlaubt dynamische Veränderungen, die sich beispielsweise der Tageszeit anpassen. Das Konzept soll später auch auf Chrome OS und Wear OS Einzug halten. Ein weiterer Schwerpunkt ist das erweiterte Zusammenspiel mit anderen Geräten im Smart Home, dem Auto oder Geräten mit Chrome OS.
  • Die Developer Preview 3 hatte im April vor allem die User Experience im Fokus. Entwicklerinnen und Entwickler können die Animationen beim Start von Apps und Benachrichtungen bei eingehenden Nachrichten anpassen. Außerdem lässt sich ein Standard-Browser für Weblinks festlegen. Neue haptische Effekte zielen vor allem auf die Spieleentwicklung.
  • Zuvor führte die zweite Developer Preview im März eine API ein, um Apps auf Geräten mit abgerundeten Ecken umzusetzen. Außerdem brachte sie Farbfilter und Blur-Effekte, die sich direkt auf eine ImageView anwenden lassen. Darüber hinaus erweiterte die Preview den Umgang mit Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm und führte eine App-Genehmigung für System-Alerts ein.
  • Im Februar vermittelte die Developer Preview 1 einen ersten Einblick in Android 12, die bereits erste Funktionen für die Privatsphäre an Bord hatte, darunter einen eingeschränkten Zugriff auf feste IDs und Funktionen, die verhindern sollen, dass Apps versehentlich Aktivitäten oder Services exportieren. Außerdem kennt Android 12 das Grafikformat AVIF und Audioausgabe von MPEG-H-kodierten Inhalten.

(rme)