Android 12: Developer-Preview 3 bringt anpassbare Splash Screens

Die Neuerungen in der dritten Preview der kommenden Android-Version zielen vor allem auf die User Experience.

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(Bild: Arthur_Shevtsov/Shutterstock.com)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Google hat die dritte Developer-Preview von Android 12 veröffentlicht. Neuerungen finden sich vor allem im Bereich User Experience. Neben einem anpassbaren Startbildschirm für Apps gibt es eine neue Vorlage für die Benachrichtigung bei eingehenden Anrufen und die Option, einen Standardbrowser für Weblinks festzulegen.

Im Mai soll die erste Beta erscheinen, und die Plattformstabilität steht im August an.

(Bild: Google)

Wie der Name anzeigt, zielen die Developer Previews zunächst nicht auf Enduser, sondern auf Entwicklerinnen und Entwickler, die ihre Apps für die kommende Version vorbereiten. Laut der Roadmap für Android 12 soll im Mai die erste Beta erscheinen, die ein breiteres Publikum zum Testen einlädt. Eine Version mit Plattformstabilität ist für August geplant.

Android 12 bringt eine neue Animation beim Starten von Apps. Ein Standard-Splash-Screen zeigt das zugehörige Icon und den Übergang zur App selbst. Neben den standardmäßig vorgegebenen Designelementen bringt das Release eine API zum Gestalten des Startbildschirms mit. Das Interface SplashScreen ermöglicht das Anpassen des Icons, der Hintergrundfarbe, der Animation und das Timing beim Übergang zur eigentlichen Anwendung.

Außerdem hat die kommende Version des mobilen Betriebssystems neue Benachrichtigungen für eingehende und laufende Anrufe. Die neuen Call Notifications sollen besser erkennbar und konsistent mit anderen Benachrichtigungen sein. Wer Apps entwickelt, die eingehende Anrufe ermöglichen wie beispielsweise Videocalls in Chat-Anwendungen, findet in der Klasse Notification.CallStyle eine Vorlage zum Gestalten von Benachrichtigungen. Diese erhalten im Vergleich zu anderen Notifications eine erhöhte Sichtbarkeit. Details und Beispiele zu der Vorlage finden sich in der Beschreibung der neuen Features in Android 12.

Android kennt unterschiedliche Arten, Alarmsignale zeitlich zu handhaben. Für die meisten Anwendungsfälle sind weniger genaue Wecker sinnvoll, da exakte Alarme den Akku stärker belasten. Das ist auch der Grund, warum Apps für Letztere künftig eine Erlaubnis der Enduser einholen müssen. Bei SCHEDULE_EXACT_ALARM handelt es sich um eine normale Permission, die nach dem Abnicken durch die Anwenderinnen und Anwender dauerhaft beziehungsweise bis zum expliziten Widerruf gilt. Der ebenfalls neue API-Aufruf canScheduleExactAlarms() fragt ab, ob die App exakte Wecksignale nutzen darf.

Das haptische Feedback bekommt in Android 12 ein breiteres Spektrum. Unter anderem nutzt PRIMITIVE_LOW_TICK eine niedrige Frequenz für kurze Effekte. Vor allem auf die Spieleentwicklung zielt das individuelle Ansteuern einzelner Vibrationsmodulen für Geräte mit mehreren Modulen. Dazu bringt das Release die neue abstrakte Klasse VibratorManager mit, über die sich Effekte für individuelle Module steuern lassen.

Einige Funktionen, die bisher in der separaten Library CameraX zu finden waren, halten nun Einzug in das Betriebssystem selbst. Auf die Weise lassen sich gerätespezifische Effekte der jeweiligen Kamera nutzen. Die neue API zum Zugriff auf die Funktionen von camera2 bietet wohl dieselben Effekte wie CameraX, sodass für Apps keine größeren Anpassungen erforderlich sind. Eine weitere neue API zielt auf Kameras mit einer sehr hohen Auflösung jenseits der Bildgrößen, die android.scaler.streamConfigurationMap vorsieht.

Für Links, die nicht über Android App Links verifiziert sind, lässt sich zudem neuerdings ein Standardbrowser festlegen, um die jeweilige Abfrage des Auswahldialogs zu umgehen. Dazu bringt Android 12 den neuen Intent ACTION_APP_OPEN_BY_DEFAULT_SETTINGS mit.

Google legt Entwicklerinnen und Entwicklern nahe, mit Blick auf die anstehende Beta ihre Apps auf Kompatibilität zum kommenden Release zu testen. Die APIs für das SDK Software Development Kit (SDK) und das Native Development Kit (NDK) werden mit dem Platform-Stability-Release im August endgültig feststehen. Bis dahin sollten alle Apps, die auf Android 12 laufen sollen, umfassend getestet sein.

Für Tests beim Entwickeln lassen sich die Funktionen, die sich auf die Kompatibilität zu Android 12 auswirken, einzeln aktivieren beziehungsweise deaktivieren. Eine genauere Roadmap für Entwickler findet sich in der Übersicht zu Android 12.

(Bild: Google)

Weitere Neuerungen wie die Performanceverbesserungen für Machine-Learning-Anwendungen, ein erweitertes Debugging für Abstürze im Zusammenspiel mit dem NDK und flexiblere Backup-Konfigurationen lassen sich dem Android-Entwicklungs-Blog entnehmen. Vor Kurzem hat Google angekündigt, in Android 12 die RenderScript-API abzuschalten und stattdessen den Einsatz von Vulkan zu empfehlen.

Weitere Neuerungen in Android 12 finden sich in den Meldungen von heise Developer zur Developer-Preview 1 und der zweiten Developer-Preview.

Vorgefertigte Device-System-Images sind für die Google Smartphones Pixel 3 / 3 XL, Pixel 3a / 3a XL, Pixel 4 / 4 XL, Pixel 4a / 4a 5G und Pixel 5 verfügbar. Außerdem lässt sich das kommende Release im Android Emulator testen. Details zur Installation finden sich in der Information zur aktuellen Android-Version.

(rme)