Android 13 Beta 1 grenzt App-Zugriffe auf Medieninhalte weiter ein

Apps benötigen explizite Genehmigung für unterschiedliche Medientypen. Außerdem bringt die Beta detailliertere Fehlermeldungen für die Schlüsselverwaltung.

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Ein grüner Android steht vor dem Google-Hauptquartier (Glasgebäude Hintergrund)

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Rainald Menge-Sonnentag
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Nach zwei Developer Previews startet die Betaphase von Android 13. Die kommende Version von Googles mobilem Betriebssystem bringt in der Beta 1 im Vergleich zu den Preview-Releases Ergänzungen bei der Privatsphäre, im Keystore und im Audio-Manager.

Bis Juli sind insgesamt vier Beta-Releases geplant, wobei bereits im Juni die Plattformstabilität auf dem Plan steht. Diesen Meilenstein hatte Google 2020 zusätzlich zur API-Stabilität eingeführt. Er geht weiter als die Integration der endgültigen APIs für das SDK (Software Development Kit) und das NDK (Native Development Kit): Plattformstabilität bedeutet, dass sich das System so verhält wie das endgültige Release.

Drei weitere Betas stehen vor dem endgültigen Release auf dem Plan.

(Bild: Google)

In den letzten Hauptversionen hat Google die Einstellungen und Abfragen für die Privatsphäre in vielen Bereichen erweitert. Apps müssen deutlich häufiger und genauer spezifizierte Berechtigungen einholen. Für Mediendateien hatte Android 10 zudem einen privaten Bereich auf dem Storage für jede App eingeführt, der einen Zugriff ohne die Berechtigung READ_EXTERNAL_STORAGE erlaubt.

Letztere Berechtigung war weiterhin für die geteilten Inhalte im Storage erforderlich und gewährte nach dem Abnicken den Zugriff auf alle Medieninhalte. Android 13 ersetzt sie nun durch drei neue Permissions, die nach Medientyp unterscheiden: READ_MEDIA_IMAGES gewährt den Zugriff auf Bilder beziehungsweise Fotos, READ_MEDIA_VIDEO ist für Videodateien zuständig und READ_MEDIA_AUDIO erlaubt das Lesen von Audiodateien.

Android 13 unterscheidet bei den Zugriffsrechten nach dem Medientyp und fordert sie explizit in einem Dialog an.

(Bild: Google)

Apps, die unter Android 13 auf Mediendateien zugreifen, müssen die neuen Berechtigungen verwenden. Google hat eine Dokumentation zum Umstellen von Apps auf das neue Schema veröffentlicht.

Die erste Developer Preview hatte bereits eine Ergänzung für den Zugriff auf geteilte Medieninhalte an Bord: Der neue Photo Picker ersetzt den Dateimanager beim Auswählen von Bildern und erlaubt den Zugriff, ohne dass die App eine Berechtigung dafür erhält.

Entwicklerinnen und Entwickler, die für ihre Apps den Keystore verwenden, erhalten nun erweiterte Fehlermeldungen, wenn das Generieren oder das Nutzen von Schlüsseln fehlschlägt. Die Klasse KeyStoreException gibt Aufschluss über Fehler im Keystore/Keymint-Layer. Details finden sich in der Dokumentation zum Keystore.

Für Apps mit Audioinhalten bringt Android 13 neue APIs für das Audiorouting in der AudioManager-Klasse: getAudioDevicesForAttributes() ruft eine Liste der Ausgabegeräte für die Wiedergabe ab. Die ebenfalls neue Methode getDirectProfilesForAttributes() gibt eine Liste der Geräte zurück, die eine direkte Audiowiedergabe ohne vorgeschaltetes Resampling erlauben.

(Bild: Google)

Die ersten beiden Developer Previews von Android 13 haben bereits zahlreiche Neuerungen eingeführt. Neben dem Photo Picker hat die erste Vorschauversion unter anderem Ergänzungen für Bluetooth mitgebracht und die individuelle Sprachauswahl per App eingeführt. Außerdem gibt es Erweiterungen für Darstellung im Design Material You. Parallel zur offiziellen Ankündigung der Preview tauchte im Februar das Gerücht auf, dass Android 13 Apps direkt auf den Desktop streamen kann.

Seit der zweiten Preview benötigen Apps für das Anzeigen von Benachrichtigungen eine explizite Erlaubnis über einen Dialog. Bisher galt der umgekehrte Weg: Apps dürfen Notifications zeigen, solange die Berechtigung nicht manuell in den Einstellungen deaktiviert ist.

Weitere Details zur ersten Beta von Android 13 lassen sich dem Android-Developer-Blog entnehmen. Für die Teilnahme am Beta-Programm ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Die Beta ist unter anderem für die Pixel-Smartphones der Reihen 4, 5 und 6 verfügbar.

(rme)