Android-Entwickler müssen sich entscheiden: F-Droid oder Google-Play-Verkäufe

Da die Version 3 der Play Billing Library keine Open-Source-Software ist, darf sie kein Bestandteil von F-Droid-Anwendungen sein.

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(Bild: Arthur_Shevtsov/Shutterstock.com)

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Android-Entwickler können Apps mit einer Anbindung an die Play Billing Library künftig nicht mehr auf der F-Droid-Site veröffentlichen. Darauf wird in einem Beitrag bei xdadevelopers hingewiesen. Somit vertragen sich In-App-Käufe beziehungsweise Abonnements, die über die Library im Play Store erfolgen, nicht mit dem FOSS-System (Free and Open Source Software) für die Android-Plattform.

Der Entwickler von NetGuard und FairEmail hatte xdadevelopers über die kommende Unverträglichkeit der Plattformen informiert. Der Grund dafür liegt weder darin, dass Google eine Einbindung der Billing-Bibliothek in F-Droid-Apps etwa verbiete, noch in einer Sanktion von F-Droid gegen den Play Store. Die Richtlinien von F-Droid verlangen jedoch, dass jede App im offiziellen Katalog komplett aus Open-Source-Software bestehen muss. Google hatte die Play Billing Library zwar ursprünglich quelloffen bereitgestellt – jedoch nur bis zu Version 2.0.3.

Derzeit können Entwickler durchaus die ältere Version verwenden, aber die Tage der Library v1 und v2 sowie die deutlich umständlichere Anbindung über die Android Interface Definition Language (AIDL) sind gezählt. Anfang Juni hatte Google die Billing Library 3 (BL3) vorgestellt, die künftig die aktuelle Version ablösen soll und zumindest zum aktuellen Zeitpunkt nur als Closed-Source-Projekt bereitsteht. Entwickler können sie ab sofort verwenden, dürfen aber bis Mitte 2021 noch die älteren Varianten einbinden.

Mitte 2021 erreichen AIDL, BL1 und BL2 End of Life, und die BL3 ist derzeit Closed Source.

(Bild: Google)

Ab dem 2. August 2021 müssen alle neuen Apps im Play Store die BL3 verwenden, und ab dem 1. November 2021 gilt die Verpflichtung ebenso für das Update bestehender Apps. Sollte Google also bis dahin keine Open-Source-Variante der Library veröffentlichen, müssten Entwickler zwei unterschiedliche Versionen ihrer Software bereitstellen. Das gilt freilich nur für Apps, die auf die Library setzen.

Für Entwickler bedeutete das vor allem einen möglichen Umsatzverlust durch weniger In-App-Käufe. Der technische Aufwand ist überschaubar: Android Studio sieht ohnehin unterschiedliche Build-Targets über Gradle vor, die sich leicht verwalten lassen. Für die Anwender der Apps bedeutet die Änderung jedoch, dass zusätzliche Käufe durch den Play Store künftig im F-Droid-Universum nicht möglich sein werden, da es für Entwickler keinen anderen Weg der Anbindung an den Play Store gibt. (rme)