Android: Künftige Qualcomm-SoCs könnten länger Updates ermöglichen

Google und Qualcomm haben Änderungen bei Androids Project Treble vorgestellt: Künftige Chips sollen mehrere Android-Versionen ohne Anpassungen unterstützen.

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(Bild: Benny Marty/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Google und Chip-Hersteller Qualcomm arbeiten an Verbesserungen beim Update-Vorgang von Android-Geräten. Künftige Snapdragon-SoCs sollen dank Änderungen an Project Treble länger Updates ohne Anpassungen der Chipsatz-Software ermöglichen.

Die Neuerungen erläutert Google in einem Blog-Eintrag. Demnach müssen Chip-Hersteller ihre künftigen SoC-Implementierungen nicht mehr ständig anpassen, wenn neue Android-Versionen und Sicherheitspatches veröffentlicht werden.

Google hatte Project Treble 2017 vorgestellt. Die Umstrukturierung der Android-Architektur sollte den Update-Prozess von Android-Handys zu beschleunigen. Dazu hat Google ein "vendor interface" als Schnittstelle zwischen den gerätespezifischen Treibern und dem herstellerunabhängigen Android-System eingeführt. So können Handy-Hersteller den Android-Oberbau einfach aktualisieren, ohne den gerätespezifischen Teil modifizieren zu müssen – dafür sind Chip-Fertiger wie Qualcomm verantwortlich.

Seit Project Treble mussten Qualcomm und Co. ihre SoC-Implementierung individuell auf jede Software-Version anpassen. Künftig sollen Chip-Hersteller dagegen mit einer einzigen Implementierung mehrere Android-Versionen abdecken können, erklärt Google in dem Blog-Eintrag. Vier Android-Versionen und vier Jahre Sicherheitsupdates sollen so ermöglicht werden. Weil die Auslieferungs-Version von Android mitgezählt wird, meint Google damit drei Android-Updates. Flaggschiffe von Samsung oder Googles Pixel-Handys versprechen das bereits.

Offen ist allerdings, ob die Anpassungen an Project Treble tatsächlich spürbare Auswirkungen für Nutzer von Android-Smartphones haben werden: Letztlich hängt es nach wie vor an den jeweiligen Smartphone-Herstellern, ihre Geräte mit Updates zu versorgen – die verbauten Chips sollten dafür künftig aber ein kleineres Hindernis darstellen.

Die Neuerungen sollen erstmals mit dem Snapdragon 888 Einzug halten, berichtet Ars Technica. Auch Prozessoren niedrigerer Preisklassen sollen sie erhalten, bereits erschienene Geräte profitieren aber nicht davon. Ob neben Qualcomm andere Chip-Fertiger mitziehen werden, ist unklar.

(dahe)