Anhaltender Cloud-Boom bringt Microsoft kräftigen Gewinnsprung

Microsoft steigert Umsatz und Gewinn deutlich gegenüber dem Vorjahr, bleibt stabil zum Vorquartal. Die Börsenerwartungen wurden in allen Bereichen übertroffen.

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Schild "Microsoft" an Einfahrt zu Microsoft-Gelände

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • dpa

Microsoft hat auch im jüngsten Geschäftsquartal dank seiner florierenden Cloud-Dienste prächtig verdient. Die Erlöse des Unternehmens sind in den drei Monaten bis Ende September im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 45,3 Milliarden US-Dollar gewachsen. Damit übertrifft der Konzern die Erwartungen der Finanzanalysten von 44 Milliarden Dollar, die Aktie legt nachbörslich leicht zu. Für Microsoft war das schon das erste Quartal des Finanzjahres 2022.

Microsofts Betriebsgewinn ist um 27 Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar angestiegen. Das geht aus Geschäftszahlen hervor, die Microsoft Dienstag nach US-Börsenschluss veröffentlicht hat. Der Nettogewinn ist gegenüber dem Vorjahr sogar um 48 Prozent auf 20,5 Milliarden Dollar gestiegen, was unter anderem an einer milliardenschweren Steuergutschrift liegt.

Vor allem das Cloud-Geschäft mit der Azure-Plattform, die vielen anderen Firmen und Apps IT-Dienste und Speicherplatz im Netz liefert, boomt (Umsatz +50%). Microsoft nennt im Gegensatz zu Amazon und Google und deren Cloud-Diensten keine Umsatzzahlen für Azure, aber der gesamte Geschäftsbereich der "Intelligent Cloud" Microsofts ist um 31 Prozent auf 17 Milliarden Dollar gediehen. Microsoft profitiert dabei auch vom Trend zum Homeoffice. So bleibt der Cloud-Bereich mit einem Anteil von 37,5 Prozent der größte Umsatzbringer Microsofts.

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Die PC-Sparte hat ihre Umsätze um zwölf Prozent verbessert. Hier sind neben Windows-Software auch Hardware-Produkte wie die Spielkonsole Xbox oder das zuletzt schwächelnde Geschäft mit Surface-Tablets angesiedelt. Letztere verzeichneten einen Umsatzrückgang von 17 Prozent. Auch Microsoft sei vom Chipmangel und Problemen in der Lieferkette betroffen, merkte Finanzchefin Amy Hood in einer Telefonkonferenz an. Trotzdem sind Windows-Verkäufe an PC-Hersteller um zehn Prozent gestiegen.

Starkes Wachstum meldet das zum Konzern gehörende Karrierenetzwerk LinkedIn (Umsatz +42%). Hier helfen um 61 Prozent höher ausgefallene Werbeeinnahmen.

Während Microsofts Einnahmen und Gewinn im Jahresvergleich deutlich angestiegen sind, bleiben sie doch auf dem Niveau des Vorquartals. Auch in im letzten Quartal des Finanzjahres 2021 (April bis Juni 2021) konnte Microsoft Gewinn und Erlöse dank Cloud-Boom und Office-Diensten kräftig steigern. Damals wurde mit 46,2 Milliarden Dollar sogar ein etwas höherer Umsatz eingefahren, aber das Betriebsergebnis lag mit 19,1 Milliarden Dollar niedriger als jetzt (20,2 Milliarden Dollar).

Für das derzeit laufende zweite Quartal des Finanzjahres 2022 erwartet das Management weiteres Cloud-Wachstum. Überdies geht Finanzchefin Hood von weiter steigenden Einnahmen durch Microsoft 365 aus, die Cloud-basierte Kombination aus Online-Dienst, Office-Webanwendung und Office-Software-Abonnement. Die Zahl der Microsoft-365-Abonnenten ist im Vergleich der letzten beiden Quartale um vier Prozent gestiegen – von 51,9 Millionen auf zuletzt 54,1 Millionen Nutzer. (mit Material der dpa) /

(fds)