Anti-Satellitenwaffen: Auch Japan gegen Satellitenabschüsse, USA setzen auf UN

Mit Japan hat bereits die vierte Regierung zugesichert, keine Tests von Anti-Satellitenwaffen durchführen zu wollen. Die USA planen den Gang vor die UN.

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Japan folgt dem Beispiel der USA und hat zugesagt, keine Tests von Anti-Satellitenwaffen durchzuführen, bei denen Objekte im Erdorbit zerstört werden. Das teilte das Außenministerium des Landes am heutigen Dienstag mit und bezieht sich dabei explizit auf die Ankündigung der Vereinigten Staaten aus dem April. Es ist die vierte formale Zusicherung, auf derartige Tests zu verzichten, viele weitere Regierungen haben aber zumindest Kritik an der gezielten Zerstörung von Satelliten im Orbit geäußert. Die US-Regierung will jetzt über die Vereinten Nationen erreichen, dass keine derartigen Versuche mehr stattfinden, die die Menge an gefährlichem Weltraumschrott weiter vergrößert.

Als Reaktion auf einen weltweit kritisierten russischen Test einer Antisatellitenrakete (ASAT) hat die US-Regierung im April angekündigt, dass die Vereinigten Staaten keine Tests mehr durchführen werden, bei denen Satelliten von der Erdoberfläche aus zerstört werden. Dem hat sich im Mai Kanada angeschlossen, Anfang Juli folgte Neuseeland und jetzt Japan. Die Europäische Union hatte den russischen Waffentest bereits Mitte November 2021 verurteilt und alle Staaten aufgefordert, von weiteren derartigen Versuchen abzusehen. Die deutsche Bundesregierung hat Tests von Antisatellitenwaffen erst vor wenigen Tagen gemeinsam mit der Regierung der Philippinen als "unverantwortliches Verhalten" bezeichnet.

Russland hatte Anfang November eine bodengestützte Rakete abgeschossen und den inaktiven sowjetischen Satelliten Kosmos 1408 zerstört. Dabei waren mehr als 1600 identifizierbare Trümmerteile entstanden. Die und zehn- oder sogar hunderttausenden kleinere Teile gefährden seitdem andere Satelliten im niedrigen Erdorbit. Kurz nach dem Abschuss musste sich sogar die Besatzung der ISS vorübergehend in Sicherheit bringen. Solche Tests seien rücksichtslos, meinte US-Vizepräsidentin Kamala Harris im April und erinnerte daran, dass China einen solchen 2007 durchgeführt hat. Über 2800 der dabei entstandene Trümmer seien weiterhin im All unterwegs. Dass die USA mehrere solche Abschüsse durchgeführt haben, erwähnte sie damals nicht.

Vor dem Wochenende hat Harris jetzt angekündigt, dass ihre Regierung noch im September eine UN-Resolution einbringen will, die andere Staaten offiziell auffordert, sich der Absage an solche Tests anzuschließen. Damit gebe es für andere Regierungen eine Möglichkeit, sich formell anzuschließen und gleichzeitig werde der Druck auf jene erhöht, die das noch nicht getan haben, meint man laut Spacenews im US-Außenministerium. Erst wenn das nicht ausreicht, werde man sich daran machen, eine rechtlich verbindliche Vorgabe auszuarbeiten. Die werde aber wahrscheinlich erst kommen, wenn sich der Verzicht auf solche Waffentests als Verhaltensregel einmal durchgesetzt habe.

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(mho)