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Apoll im Blitzlicht - Neues Scanverfahren will Kunstschätze bewahren

Die Kunstschätze der Welt sind auf Hunderte von Sammlungen verteilt. Wissenschaftler müssen aufwendig ins Museum gehen, um sich mit Skulpturen zu befassen. Ein neues Verfahren zum Scannen soll Zeit und Geld sparen – und es soll die Forschung weltweit vernetzen.

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Apoll im Blitzlicht – Neues Scanverfahren will Kunstschätze bewahren

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Apoll muss noch etwas warten. Dann setzt sich das Fließband mit der Bronzestatue in Bewegung, es fährt die Kostbarkeit aus dem 15. Jahrhundert langsam unter zwei Bögen mit Kameras hindurch und weiter zu einem Roboterarm. Neugierig scheint sich dieser der kleinen Statue von allen Seiten zu nähern, er fotografiert sie hier, knipst sie dort. Nach wenigen Minuten wird Apoll im Frankfurter Liebieghaus wieder in die Skulpturensammlung entlassen. Der nach Angaben des Fraunhofer IGD weltweit erste Scan eines Kunstoriginals auf einer mobilen Scanstraße ist fertig, Apoll ist als Kunstwerk erfolgreich gesichert und die Experten des Instituts sind zufrieden.

Bilder des neuen Scanverfahrens (6 Bilder)

(Bild: Roland Holschneider)

Hinter dem etwas sperrigen Titel Cultlab3D verbirgt sich der Versuch der Darmstädter Software-Spezialisten, ein dreidimensionales Kunstwerk sowohl in seiner Form als auch in seiner Struktur, Farbe und Oberfläche zu erfassen. Klassifiziert und mit wichtigen Anmerkungen versehen könnte dann weltweit auf den digitalen Scan der Skulptur, der Scherbe oder Fossilie zurückgegriffen werden – sei es für die Forschung, sei es aus Vergnügen. "Oder sei es, weil man sich die Venus von Milo mit einem 3D-Drucker ausdrucken und auf den Schreibtisch stellen möchte", sagt Vinzenz Brinkmann, der Leiter der Antikensammlung des Liebieghauses.