App Store: Apple macht Spiele-Streaming leichter – ein bisschen

Künftig könnten auch xCloud & Co. aufs iPhone gelangen. Allerdings macht Apple es den Anbietern nicht einfach. Und die beschweren sich bereits.

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xCloud gibt's bislang nicht fürs iPhone.

(Bild: Microsoft)

Von
  • Ben Schwan

Apple reagiert langsam und zögerlich auf den großen Konflikt um den App Store, den Epic Games losgetreten hat. Während der Rechtsstreit um App-Provisionen und Account-Sperren noch schwelt, hat der iPhone-Konzern nun seine App-Store-Regeln angepasst. Dies soll erlauben, dass Spiele-Streaming-Dienste unter iOS künftig möglich sind – und teils heftiger Kritik von Anbietern wie Microsoft oder Facebook entgegentreten.

Die nun angekündigten Änderungen der offiziellen App Store Review Guidelines sollen erstmals ein Spiele-Streaming unter iOS offiziell erlauben und stellen bestimmte Voraussetzungen bei In-App-Verkäufen klar. "Streaming-Spiele sind erlaubt, so lange sie sich an alle Regeln halten", so Apple.

Dazu gehört, dass jedes einzelne Spiel samt Update an das App Review des Konzerns geleitet werden muss. Zudem müssen "passende Metadaten" für die Suche bereitgestellt und In-App-Verkäufe stets über Apples Schnittstelle durchgeführt werden – was natürlich auch die bekannten 30 Prozent Provision auslöst. Zudem müssen die Spiele-Apps Kinderschutzmaßnahmen wie Bildschirmzeit unterstützen und eine Möglichkeit bieten, dass jeder Titel einzeln bewertet werden kann.

Ein Gesamtabo ist demnach für einen Streaming-Spiele-Dienst zwar möglich, allerdings tauchen die Titel einzeln im App Store auf. Microsoft, dessen Service xCloud aktuell nicht für Apple-Geräte zur Verfügung steht, hat auf die Neuregelung bereits reagiert und teilte gegenüber US-Medien mit, Apples Ansatz sorge für eine "schlechte Erfahrung für die Kunden".

Die Gamer wollten "direkt in ein Game hineinspringen" – ausgehend von einem kuratierten Katalog, der innerhalb einer einzigen App zu finden ist, "genauso wie bei Filmen und Musik". Microsoft stört etwa, dass die Nutzer dann "gezwungen sind, über 100 Apps herunterzuladen, um individuelle Spiele aus der Cloud zu spielen". Tatsächlich orientiert sich Apple mit diesem Ansatz an seinem eigenen Spieledienst Arcade – auch hier lädt man sich jeden Titel einzeln auf das iPhone herunter.

In Sachen In-App-Verkäufe stellt Apple in seinen neuen Regeln weiterhin klar, dass App-Anbieter Kurse und Konsultationen – die in Corona-Zeiten boomen – auch über alternative Bezahldienste abrechnen können, solange es sich um "Erfahrungen zwischen zwei Einzelpersonen" handelt.

Damit gemeint sind etwa Fitness-Stunden, virtuelle Arztbesuche oder Immobilientouren. Bei "One to few"- oder "One to many"-Angeboten, also solchen, bei denen mehr als eine Person im virtuellen Publikum sitzt, werden Apples übliche Provisionen fällig. (bsc)