App Store: Britische Wettbewerbsbehörde prüft Apple auf unfaire Bedingungen

In Reaktion auf Beschwerden will nun auch ein britischer Regulierer untersuchen, ob Apples Bedingungen für den Vertrieb von iPhone-Apps wettbewerbswidrig sind.

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(Bild: THINK A/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Der App Store und Apples Bedingungen sind im Fadenkreuz einer weiteren Regulierungsbehörde gelandet: Die britische Wettbewerbsbehörde hat in Reaktion auf Beschwerden eine Prüfung eingeleitet, die klären soll, ob Apples Regeln für Entwickler und App-Anbieter "unfair und wettbewerbswidrig" sind, wie die Competition und Markets Authority (CMA) am Donnerstag mitteilte.

Der App Store ist der einzige Weg zum Vertrieb von Apps für iPhones und iPads und der einzige Weg für Kunden, um Dritt-Software zu beziehen, hält die Behörde fest. Die Untersuchung gehe auch auf Beschwerden von Entwicklern zurück, insbesondere in Hinblick auf die Vorgabe, dass iOS-Apps nur im App Store angeboten werden dürfen, schreibt die Wettbewerbsbehörde. Manchen Entwicklern missfalle außerdem, dass sie für den Verkauf digitaler Inhalte Apples Bezahlschnittstelle verwenden müssen und dadurch automatisch bis zu 30 Prozent Provision an den iPhone-Konzern abtreten.

Man wolle zuerst klären, ob Apple eine "dominante Position" beim Vertrieb von Apps auf Apple-Geräten in Großbritannien innehat, erläutert die CMA, im Anschluss werde es um die Frage gehen, ob die Bedingungen und Regeln des Konzerns rund um den App Store wettbewerbswidrig sind und dazu führen, dass Kunden weniger Auswahl haben und höhere Preise zahlen. Bis Herbst 2021 wollen die Regulierer nun Informationen sammeln und Auskünfte einholen sowie das Material analysieren.

Man werde sich eng mit der EU-Kommission abstimmen, die bereits vier offene Kartellprüfungen gegen Apple eingeleitet hat, davon allein drei in Hinblick auf den App Store, so die britische Wettbewerbshörde. Die vierte Prüfung steht im Zusammenhang mit dem Bezahldienst Apple Pay.

Apple erklärte, der App Store sei wegen rigoroser Standards erst zu einem "Erfolgsmotor" für Entwickler geworden und schütze Kunden vor Malware und unerlaubter Datensammlung. Die Regeln würden bei allen Entwicklern fair und gleich angewendet, man werde mit der britischen Behörde zusammenarbeiten, um die Richtlinien zu erklären.

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Apples App-Store-Bedingungen wurden lange meist nur hinter vorgehaltener Hand kritisiert, vor rund zwei Jahren erfolgte plötzlich der Dammbruch, nachdem Spotify seine Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht hat. Andere Anbieter zogen mit eigenen Beschwerden nach und begannen, Apple auch öffentlich zu kritisieren – sowie sich zusammenzuschließen. Für das größte Aufsehen sorgte im vergangenen Jahr Epic Games mit einem gezielten Regelverstoß: Nach der Integration einer direkten Bezahlmöglichkeit in Fortnite warf Apple das Spiel raus – seitdem wird der Streit auf dem Rechtsweg ausgetragen.

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(lbe)