App-Store-Konflikt in den Niederlanden: Apple lenkt ein bisschen mehr ein

Mehr als 50 Millionen Euro soll der iPhone-Konzern wegen Wettbewerbsverstößen bei Dating-Apps zahlen. Nun heißt es, man wolle nochmals nacharbeiten.

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Der App Store ist Apples Geldmaschine.

(Bild: BigTunaOnline / Shutterstock)

Von
  • Ben Schwan

Apple und die niederländische Wettbewerbsaufsicht Autoriteit Consument en Markt (ACM) werden wohl keine echten Freunde mehr: Über 50 Millionen Euro soll der iPhone-Hersteller bezahlen, weil er seit Monaten gegen Auflagen zur Öffnung seines App Store in dem Land verstößt – so zumindest die Behörde. Nun teilte Apple mit, man habe sich nochmals mit der ACM zusammengesetzt und eine "produktive Unterhaltung" geführt. Nach dieser hat sich das Unternehmen entschlossen, nochmals Veränderungen bei seinem App-Laden und den Möglichkeiten für Entwicklerinnen und Entwickler vorzunehmen. Ob das von der ACM für ausreichend gehalten wird, ist jedoch noch unklar.

Apple war bereits im vergangenen Jahr von der ACM aufgefordert worden, für eine bestimmte App-Kategorie – in diesem Fall Dating-Apps – alternative Bezahlsysteme zu erlauben, die nicht über die In-App-Verkaufsfunktion des Konzerns arbeiten. Seither wurde dies schrittweise erlaubt, doch war dies der ACM nicht genug, weil es Apple den Entwicklern nicht wirklich leicht machte. Zudem ließ sich durch die Verwendung externer Bezahldienstleister nur sehr wenig Geld sparen. Resultat: Die ACM brummte Apple Woche für Woche neue Millionen an Strafgeldern auf.

Wie Apple nun in seinem Entwicklerportal schreibt, habe man "weitere Aktualisierungen" für das speziell für die Niederlande gedachte "StoreKit External Entitlement" durchgeführt, über das der Einbau externer Bezahldienste möglich ist, nachdem Apple dies jeweils offiziell genehmigt. Neu ist unter anderem, dass die drei Prozent Kostenersparnis, die Apple Entwicklern anbietet, die ihre Bezahlungen über eigene Services abwickeln, auch für Teilnehmer am App Store Small Business Program gilt. Diese zahlen sowieso schon nur 15 Prozent Provision statt Apples üblicher 30 Prozent. Der Umsatz darf dazu nicht bei über einer Million US-Dollar im Jahr liegen.

Weiterhin hat Apple die "Anforderungen an die Nutzeroberfläche" bei der Verwendung externer Zahlungsdienstleister "in Absprache mit den Wünschen der ACM" verändert. Das dürfte vor allem bedeuten, dass dies weniger als eine Warnung seitens Apple gelesen werden kann, was Nutzerinnen und Nutzer davon abhalten könnte, diese Services zu nutzen. Weiterhin sollen die Kriterien für die Zahlungsdiensleister "angepasst" (ergo: offenbar gelockert) worden sein. Zudem ist nun erlaubt, zwei verschiedene Entitlements zu verwenden, entweder die direkte Einbindung eines alternativen Bezahldienstes oder die Nutzung eines Links.

Apple unterlässt es in seiner Entwicklerinformation allerdings nicht, erneut darauf hinzuweisen, dass man mit dem Beschluss der ACM unzufrieden ist. Der Beschluss sei weder im Sinne der Nutzersicherheit noch im Sinne des Privatsphärenschutzes. Man habe deshalb Berufung dagegen eingelegt. Ob Apples jetzt geplante Änderungen bei der Umsetzung des ACM-Beschlusses dazu führen, dass die Wettbewerbshüter zufrieden sind, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung gilt wie erwähnt nur für die Niederlande sowie rein für Dating-Apps, da sich deren Macher bei der ACM explizit beschwert hatten.

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(bsc)