App Store: Richterin setzt Apple Deadline für alternative Bezahlmöglichkeiten

Der Versuch von Apples Anwälten, die Anordnung im Rechtsstreit mit Epic Games zu verzögern, ist abgelehnt. Bis zum Dezember muss der App Store geöffnet werden.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 48 Beiträge

(Bild: DenPhotos/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Apple muss in rund einem Monat Herstellern von Apps erlauben, auch alternative Zahlungsmethoden außerhalb des App-Store-Ökosystems zu integrieren. Der Versuch des Konzerns, gegen diesen Teil eines Urteils einer US-Richterin im Rechtsstreit mit Epic Games vorzugehen, ist nun offiziell gescheitert. Ab dem 9. Dezember darf Apple Anwendungen nicht mehr ablehnen, die dies implementieren.

Dies ist ein deutlicher Eingriff in Apples lukratives App-Store-Geschäftsmodell. Zwar war der Konzern vom Vorwurf, ein Monopol zu haben, freigesprochen worden – und auch sonst gilt das Urteil, das sowohl Apple als auch Epic Games anfechten wollen, als eher Apple-freundlich. Die Erlaubnis für App-Anbieter, externe Payment-Methoden anzubieten, bleibt jedoch ein Schlag ins Kontor des Konzerns.

Richterin Yvonne Gonzalez Rogers vom United States District Court for the Northern District of California in Oakland teilte in ihrer Entscheidung gegen Apples Verzögerungsversuche am Dienstag mit, das Gericht könne sich "zahlreiche Methoden für Apple vorstellen, dem Beschluss zu folgen und gleichzeitig seine Nutzer zu schützen". Der iPhone-Hersteller hatte unter anderem argumentiert, durch die Anordnung werde die "Integrität des iOS-Ökosystems" sowie das gesamte "Monetarisierungsmodell" gestört.

Apple werde durch die Verfügung gezwungen, sein geistiges Eigentum ohne Entlohnung bereitzustellen sowie Sicherheit und Datenschutz aufzuweichen. Gonzalez Rogers sieht das anders. So könnten Nutzerinnen und Nutzer aus einer App in einen Browser wechseln. "Die Nutzer sind das durchaus gewohnt." Zudem könnten auch solche Links durch den App-Review-Prozess überprüft werden. Es sei nicht einzusehen, dass Nutzer solche Links von Hand eintippen müssten, was dies unbequem mache "und nur zu Apples Vorteil wäre".

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

Es gehe bei dem alternativen Bezahlmodell darum, dass Menschen besser informiert würden, es transparent sei und sie die Wahl hätten, so Gonzales Rogers. In einem Apple-Statement zu der Entscheidung hieß es, man werde gegen die Entscheidung des Gerichts Einspruch erheben. Bis alle Berufungen in dem Verfahren beendet seien, dürfe es "keine zusätzlichen geschäftlichen Änderungen" geben. Tatsächlich haben sich erste Dienstleister wie Paddle bereits auf die neue Möglichkeit vorbereitet: Die App leitet zur Bezahlung einfach in einen Browser um.

(bsc)