App Store in der Kritik: Apple macht Gegen-PR

"Mehr als nur eine Handelsfassade" sei der Online-Laden des Konzerns. Es gehe ums Entdecken, die Privatsphäre und die Sicherheit, behauptet Apple.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 80 Beiträge

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Ein einträgliches Geschäftsmodell ist bedroht: Apple hat in Reaktion auf die Rechtsstreitigkeiten, Wettbewerbsuntersuchungen und die allgemeine Kritik am App Store auf seiner Website mit einer Art Aufklärungskampagne reagiert. Auf der Unterseite "Über den App Store" sowie den Entwicklerinformationen zum App Store, die auf der amerikanischen Website des Konzerns zu finden sind, versucht der iPhone-Hersteller zu erläutern, worum es ihm beim App Store geht.

Der Softwareladen sei nicht nur eine einfache "Handelsfassade". Stattdessen fänden Nutzer dort "die Apps, die Du liebst, an einem Platz, dem Du vertrauen kannst". Seit über zehn Jahren sei das Angebot ein "sicherer und vertrauenswürdiger Ort, um Apps zu entdecken und herunterzuladen".

Der App Store sei eine "Destination der Innovationen", der sich darauf konzentriere, "Dir fantastische Erfahrungen zu bringen". Dabei achte Apple darauf, dass die Apps "den höchsten Standards für Privatsphärenschutz, Sicherheit und Inhalt" entsprechen. Immer gelingen tut das dem Konzern in Wahrheit allerdings nicht.

Der App Store biete "fast zwei Millionen Apps" und Apple wolle, dass die Nutzer "sich bei der Verwendung jeder einzelnen davon gut fühlen". Das App-Review-Team durchforste jede Woche über 100.000 Apps und deren Updates mit "500 Experten aus der ganzen Welt". 10.000 Anwendungen nutzten Gesundheitstechniken wie ResearchKit, HealthKit und CareKit.

Gleichzeitig seien 2019 150.000 Apps aus dem App Store zurückgewiesen worden, weil sie "die Privatsphärenrichtlinien nicht erfüllen". 60 Millionen falsche Reviews wurden gelöscht. Bislang sollen angeblich über eine Million Apps wegen "illegalen, unsicheren oder schädlichen" Inhalten entfernt beziehungsweise nicht erst zugelassen worden sein. Das gilt auch für "anstößige Inhalte".

Für Entwickler hat Apple eine eigene Botschaft: "Zusammen machen wir aus Apps Chancen." Apple unterstütze 1,5 Milliarden Geräte in 175 Regionen der Welt. "Der App Store und Du. Zusammen für jeden Schritt des Weges." Betont wird weiterhin, dass man eine Redaktion habe, die Apps vorstellt ("geschaffen von echten Menschen"), die Tatsache, dass Apple-User meistens das aktuelle Betriebssystem nutzen (im Gegensatz zu Android) und es "über 250.000 APIs für nahezu jede vorstellbare Soft- und Hardware-Aufgabe" gebe.

Seit 2008 habe Apple über 155 Milliarden US-Dollar an Entwickler ausgezahlt, man verifiziere die Bezahlvorgänge und helfe mit Steuern. Übrigens nicht extra betont in Apples eigenem Lobgesang werden die üblichen 30 Prozent Provision, die der Konzern für Bezahl-Apps, Abos und In-App-Verkäufe verlangt. Doch genau die werden aktuell massiv angezweifelt.

Lesen Sie auch

(bsc)