App-Streaming à la Xbox: Interaktive Web-Anwendungen mit Rainway

Rainway, das sich bereits in der Xbox Cloud beweist, veröffentlicht seine Streaming-Software. Schwachbrüstigen Clients verlangt sie nur einen Webbrowser ab.

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(Bild: Rainway)

Von
  • Jonas Volkert

Das Team hinter dem App-Streaming-Dienst Rainway bietet seine Software ab sofort öffentlich an. Rainway ist ein SDK für die Entwicklung von Streaming-Anwendungen, die auf einem Gerät oder in der Cloud laufen, aber auf einem anderen Gerät interaktiv präsentiert werden. Bislang hatten nur wenige ausgewählte Industriepartner Zugriff: Unter anderem nutzt Microsoft für sein Xbox-Cloud-Gaming-Angebot Rainway. Noch befindet sich der Dienst aber in der Beta-Phase.

Mit dem neuen Zero-Trust-App-Streaming-Dienst und den APIs des Anbieters könnten Entwicklungsteams auch "die anspruchsvollsten nativen Anwendungen, oder sogar ganze Betriebssysteme, auf jeder Plattform unabhängig von Systemanforderungen" ausführen, so Rainway-CEO Andrew Sampson. Rainway lässt sich in bestehende Frontend-Frameworks wie React integrieren und über verschiedene Public-Cloud-Dienste bereitstellen.

Ein Beispielvideo in der Ankündigung zeigt, wie das Videospiel Battlefield V in Echtzeit als interaktive Webanwendung im Browser eines Klienten läuft. Künftig könnten Entwickler so etwa Journalisten Vorabzugriff auf Videospiele gewähren. Rainway stellt dabei die Serverkapazitäten nicht selbst zur Verfügung, sondern liefert lediglich die benötigte Software-Infrastruktur. Dazu braucht es Kundenseitig eine Native Runtime, auf der die Anwendung läuft und die diese an andere Peers streamt. Zusätzlich wird eine Web Runtime benötigt, die das Gestreamte empfängt und per Browser – und damit geräteunabhängig – ausgibt.

Zocken im Browser: Hier im Beispielvideo der Ego-Shooter Battlefield V

(Bild: Rainway)

In der aktuellen Beta-Version funktioniert das auf Seiten der Native Runtime allerdings nur mit Windows 10-Anwendungen. Im Laufe des Jahres will das Team das jedoch ändern und zudem weitere Funktionen einbauen: Unter anderem eine REST-API, ein Bring-Your-Own-Frame-Buffer-System und eine Multiplayer-Funktion, mit der die Streams nicht nur auf einen, sondern mehrere Peers möglich sein soll.

Das Rainway SDK ist kostenpflichtig. Die Abrechnung erfolgt über Client-Minuten, also die Summe der Zeit, die alle Geräte über die API-Keys mit dem Rainway-Netzwerk verbunden sind. Das günstigste Modell bis 200.000 Minuten kostet 500 US-Dollar, die höchste Stufe über 1 Million Minuten 15.000 US-Dollar, wobei weitere 10 US-Dollar pro zusätzlicher 1000 Minuten fällig werden. Günstiger könnten Open-Source-Projekte davonkommen: Auf Twitter kündigte Rainway an, man sei "auf der Suche nach FOSS-Projekten, die unser SDK nutzen" – diese sollten sich melden und bekämen dann ein Sponsoring. Auch Amazon AWS und Windows haben sich dem Thema App-Streaming angenommen und bieten ähnliche Dienste.

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(jvo)