App Tracking Transparency: Apple lobt seinen Schnüffelschutz – und sich selbst

Kurz vor Start von iOS 14.5 erläutert der iPhone-Konzern, wie Apps künftig weniger tracken sollen. Werbern gibt er unterdessen Tipps, was sie jetzt tun sollen.

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(Bild: View Apart / Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Apple führt in Kürze seine unter Werbern nicht unumstrittenen Datenschutzfunktion ATT (App Tracking Transparency) ein. In einem frisch aktualisierten Informationsdokument erläutert der Konzern nun, wie die Technik funktionieren soll – und welche Schritte zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer der Konzern unternimmt.

In "A Day in the Life of Your Data" geht Apple von einem Vater mit seiner Tochter aus, die einen Tag auf dem Spielplatz und zuhause verbringen. "Am Ende des Tages haben mehrere Firmen auf der ganzen Welt, mit denen [Vater] John noch nie interagiert hat, ihre Profile mit Informationen über ihn und seine Tochter aktualisiert", heißt es darin unter anderem. So wird erläutert, wie personalisierte Werbung funktioniert und wie Apps Nutzer bislang überwachen können.

ATT soll es ab iOS beziehungsweise iPadOS 14.5 möglich machen, dass Nutzer besser darüber informiert werden. So liefert Apps nun standardmäßig ein Opt-In-Fenster, bevor das Tracking beginnt – und müssen erläutern, warum sie das tun wollen. Apps ohne ATT will Apple nicht mehr genehmigen. Gleichzeitig betont das Unternehmen der Marketingindustrie gegenüber aber auch, dass weiterhin eine datenschutzfreundliche Möglichkeit besteht, Werbung auf ihre Effektivität zu überprüfen.

Dazu hat der Konzern zwei neue Funktionen integriert – ein neues privatsphärenfreundliches Klick-Tracking sowie eine neue Werbe-API namens SKAdNetwork. Letztere soll es Reklameanbietern ermöglichen, zu überprüfen, ob eine App nach dem Schalten einer Anzeige installiert wurde oder nicht. Das wiederum ohne Herausgabe von Nutzer- und Gerätedaten möglich sein.

"SKAdNetwork lässt Werbetreibende wissen, wie oft eine App nach der Ansicht einer Anzeige installiert wurde, so können sie die Wirkung ihrer Kampagne überprüfen." Gleichzeitig sei ein individuelles Nutzertracking nicht möglich. Apple selbst will laut eigenen Angaben die gehaltenen Daten minimieren.

So sammele der Konzern nur ein "Minimum an Nutzerdaten, die benötigt werden, um einen gewünschten Dienst durchzuführen". Zudem setze man auf On-Device-Verarbeitung, so fern das möglich ist – nur notwendige Daten gingen an Apples Server. Laut FAQ dürfen Apps, bei denen Nutzer das Tracking-Opt-In nicht geben, ihre Funktionalität nicht beschneiden. Allerdings gibt es schon Programme, bei denen dies zumindest teilweise der Fall ist – etwa, wenn Third-Party-Logins wie Facebook oder Google angeboten werden. (bsc)