Apple: Alle drei bis vier Wochen eine Firmenübernahme

Fast 100 Firmen hat der iPhone-Hersteller seit 2015 zugekauft, um bei Technik und Personal aufzustocken. Viele der Übernahmen bleiben geheim.

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(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple bleibt auf Einkaufstour: In den vergangenen sechs Jahren hat der iPhone-Konzern knapp 100 Firmen übernommen, wie Apple-Chef Tim Cook bekanntgab – das entspreche einem Deal rund alle drei bis vier Wochen. Der Fokus liege auf "kleinen innovativen Firmen", deren Aufkauf dabei helfen soll, "Produkte voranzubringen", erläuterte Cook gegenüber Anteilseignern auf dem Aktionärstreffen des Unternehmens, das diesmal virtuell abgehalten wurde. Apple habe aber auch "keine Angst davor, Übernahmen jeglicher Größe in Betracht zu ziehen", so Cook.

Apples Firmenkäufe der vergangenen beiden Jahren waren vielfältig: Sie reichten von einer interessenbasierten Suchmaschine über einen Wetterdienst, verschiedene Anbieter im Bereich virtuelle Realität und künstliche Intelligenz bis hin zu dem auf autonomes Fahren spezialisierten Start-up Drive.ai. Die meisten Zukäufe fließen als Funktionen in bestehende Produkte ein – die Daten des aufgekauften Wetterdienstes Dark Sky sind inzwischen Teil der Wetter-App auf iPhones.

Viele der Apple-Übernahmen bleiben geheim oder werden erst spät bemerkt. Gemeinsam ist allen, dass es sich um relativ kleine Aufkäufe handelt, spektakuläre Milliarden-Deals gibt es bei Apple so gut wie nicht. Die einzige große Apple-Übernahme des letzten Jahrzehnts war mit einem Preis von 3 Milliarden US-Dollar die Audio-Firma Beats – die Grundlage für Apples Einstieg in den Musik-Streaming-Markt.

Welche anderen großen Übernahmen Apple in den letzten Jahren ernsthaft in Betracht gezogen hat, bleibt unklar. Es sei einer der größten strategischen Fehler des Konzerns, vor Jahren nicht Netflix übernommen zu haben, meinte ein Analyst der Investment-Firma Wedbush jüngst – nun sei Apple beim Video-Streaming im Hintertreffen und wohl gezwungen, ein Filmstudio wie MGM oder Lionsgate kaufen, um sein kleines Inhalteangebot schneller aufzustocken. In den "dunkelsten Tagen des Model 3" habe er Tesla an Apple verkaufen wollen, erzählte Tesla-Chef Elon Musk vor kurzem – Cook habe aber schon ein Treffen verweigert.

(lbe)