Apple-Auto: Projekt zum wiederholten Mal zusammengestrichen

Seit Jahren werkelt Apple an einem eigenen Elektrofahrzeug. Nun wurde der Verkaufsstart wohl auf 2026 verschoben. Und das erste Apple Car wird nicht billig.

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Apple Car Crash Detection

Apple im Auto: Bislang nur mit iPhone und Car Play – und zur Unfallerkennung.

(Bild: Screenshot Apple.com)

Von
  • Ben Schwan
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Apple hat sein seit mindestens 2014 laufendes Apple-Car-Autoprojekt intern heruntergestuft und verzögert – zum mittlerweile wiederholten Mal. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Den Angaben zufolge soll es nun bis zum Verkaufsstart noch mindestens bis 2026 dauern. Gleichzeitig sei ein vollständig autonomer Fahrmodus für das Elektrofahrzeug zunächst nicht länger geplant – zumindest anfangs.

Das auch als "Project Titan" bekannte Vorhaben hatte in den vergangenen Jahren intern immer wieder mit Schwierigkeiten gekämpft – sei es nun bei der strategischen Ausrichtung oder den Mitarbeitern, die regelmäßig kommen und gehen. Auch bei der Projektleitung gab es immer wieder Veränderungen, zuletzt sollte watchOS-Chef Kevin Lynch dafür sorgen, mehr Ruhe in das Vorhaben zu bringen. Er ist seit Ende 2021 bei Project Titan dabei.

Allerdings scheint auch Lynch dem Bericht zufolge nicht recht vorwärts zu kommen. Er hatte im Rahmen der "Special Projects Group", die das Apple Car vorantreibt, zunächst mit einer Präsentation bis zum Jahr 2025 gerechnet. Nun schraubt er diese Erwartungen zurück und hat offenbar auch die Pläne für ein vollständiges autonomes Fahren zum Verkaufsstart begraben.

Bloomberg zufolge ist das Herz des Apple Car mittlerweile ein Hochleistungsrechner, der intern Denali genannt wird. Er soll vier der leistungsstärksten Apple-Silicon-Chips aus dem Mac beinhalten und seine Daten von einem Sensorarray erhalten, das Apple spezielle entwickelt hat. Der Apple-Car-Chip sei bereits fortgeschritten und fast produktionsbereit, hieß es, allerdings sei dieser womöglich noch zu teuer und werde daher leistungstechnisch eingedampft.

Das System soll daneben auch eine Cloud-basierte Software-Architektur haben, die Teile der KI-Prozesse übernimmt. Apple nutzt dafür angeblich Amazons Cloud-Plattform AWS. Ein "Remote Command Center" soll Fahrer bei Unfällen und anderen Problemen unterstützen, über das es auch möglich ist, Autos fernzusteuern. Es sei sogar ein eigenes Versicherungsprogramm diskutiert worden.

Beim Preis müssen sich die Kunden allerdings auf einiges gefasst machen. Apple soll laut Bloomberg anfangs geplant haben, seinerstes Fahrzeug für mehr als 120.000 US-Dollar zu verkaufen. Auch jetzt ist noch geplant, an der 100.000-Dollar-Grenze zu kratzen. Damit würde sich Apple in den USA zwischen Tesla Model S und Mercedes EQS platzieren. Das endgültige Design steht ebenso noch aus, Apple hat aber einen "Pre-Prototypen". Erst im nächsten Jahr soll der Look abgestimmt sein, 2024 folge dann das komplette Feature-Set.

Mit intensiven Echtwelttests wäre dann 2025 zu rechnen. Eine Inspiration ist angeblich das Auto des Anbieters Canoo, dessen Ex-Boss Ulrich Kranz nun zusammen mit ehemaligen Managern von Tesla, Porsche und Lamorghini bei Apple arbeitet. Insgesamt seien 1000 Mitarbeiter beteiligt. Derzeit versuche Apple, deren Standorte zu konsolidieren. Dazu ist ein neuer großer Campus in San Jose angedacht.

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(bsc)