"Apple Car" mit Teilen aus Südkorea

Der iPhone-Konzern soll kürzlich bei diversen Zulieferbetrieben auf der Halbinsel vorstellig geworden sein. Es geht unter anderem um Akkus und Elektronik.

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Apple-Ladengeschäft, hier in Singapur.

(Bild: Photo by Keming Tan on Unsplash)

Von
  • Ben Schwan

Apple sucht offenbar momentan intensiv nach Lieferanten für sein seit mehreren Jahren geplantes erstes E-Auto. Der Konzern soll mit mehreren Mitarbeitern im vergangenen Monat Südkorea besucht haben, um dort passende Zulieferbetriebe zu finden, meldet das in Seoul erscheinende Elektronikfachblatt ETNews. Es sei sogar "ein Krieg" zwischen den Firmen von der Halbinsel ausgebrochen, um Teil von Apples Lieferkette zu werden.

Die Auswahl der Partner soll demnach bis Ende diesen Jahres abgeschlossen sein. Ab dann beginne die industrielle Entwicklung des Fahrzeugs. Apple sei "hochgradig interessiert" an den südkoreanischen Firmen, die "Kernteile" für das neue Fahrzeug liefern sollen. Tatsächlich soll Apple einst geplant haben, die komplette Fertigung an Hyundai oder dessen Tochter Kia Motors auszulagern. Allerdings kam es hier wohl nie zu einer Einigung, weil beide Firmen befürchteten, ihre Markenidentität aufs Spiel zu setzen.

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Die ETNews schreiben weiter, Apple habe bereits im Sommer Südkorea einen Besuch abgestattet und damals mit Akkuherstellern wie LG und SK gesprochen. Weiterhin erhofft sich der iPhone-Konzern, Lieferanten für die Autoelektronik zu finden, die Erfahrung in der Massenproduktion haben. In der Branche äußert man sich über die Verhandlungen nur anonym. "Das Geschäft im Zusammenhang mit dem Apple Car läuft unter der Oberfläche", so ein Manager aus der Zulieferbranche in Südkorea. "Sollten Informationen einer Firma geleakt werden, wird diese als Lieferantenkandidat gestrichen."

Bereits bestehende südkoreanische Apple-Lieferanten, die Bauteile für das iPhone herstellen, sollen bereits eigene Task-Force-Einheiten gebildet haben, um sich aktiv um Apples Autogeschäft zu bemühen. Der Konzern versucht allerdings, stets die Kontrolle über die Fertigung zu behalten. So ist etwa geplant, dass die Batteriechemie für die Akkus des E-Autos von Apple direkt gemanagt wird. Südkorea bleibt für den Konzern auch attraktiv, weil sich die Vereinigten Staaten noch immer in einem Handelskrieg mit China befinden, der Apple in Mitleidenschaft zieht – und die Automobilbranche besonders betrifft.

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(bsc)