Apple-Chef Tim Cook zur Selbstreparatur: "Wenn Du Techniker bist, dann lege los"

Tim Cook hat sich erstmals zur bald startenden Möglichkeit für Private geäußert, Ersatzteile und Reparaturhandbücher zu erhalten. Das fühle sich "gut an".

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Tim Cook vor einem iPhone.

Tim Cook vor einem iPhone.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Die überraschende Entscheidung Apples, künftig Ersatzteile für aktuelle Macs und iPhones an Kunden zu versenden und parallel dazu Reparaturhandbücher zu veröffentlichen, ist von Konzernchef Tim Cook in einem Interview erstmals öffentlich kommentiert wurde. In einem Fernsehinterview mit einer Lokalstation in Los Angeles sagte er zum "Self Service Repair Program" (SSRP), es fühle sich "gut an", nun die Apple Repair Manuals und Teile herausgeben zu können, die es den Menschen erlaubten, selbst zu reparieren.

Das SSRP soll im Januar in den USA und später auch in anderen Ländern starten. Apple sei klar geworden, dass es "einige Leute" gebe, die das entsprechende Training hätten [und reparieren] wollten. "Das ist ist die 'Popular-Mechanics'-Crowd, wenn Sie so wollen", so Cook unter Referenzierung eines populären US-Technikmagazins. Er selbst habe diese Leute immer geliebt und sich auch auf diese konzentriert.

Dennoch glaube er, dass das neue Angebot nicht für jeden sei, "deshalb würden wir Sie bitten, in einen Apple-Laden zu kommen und es von uns erledigen zu lassen". Das sei vermutlich immer noch "der beste Weg für die meisten Leute". Doch "wenn Du ein Techniker bist, dann lege los, denn Du kannst das selbst."

Bislang hat sich Apple allerdings mit den Details zum SSRP zurückgehalten. Der Konzern wird offenbar einen Drittanbieter für den Betrieb eines Ersatzteilshops nutzen, seine Reparaturanleitungen im Support-Bereich seiner Website veröffentlichen. Bis zu 200 Ersatzteile und Werkzeuge will der Konzern laut eigenen Angaben bereitstellen – allerdings nur für iPhone 12 und 13 in allen Varianten sowie Macs mit ARM-Chip (M1). Ältere Modelle werden bislang nicht abgedeckt.

Unklar bleibt zudem, wie weit ins Detail die Ersatzteile gehen. Der Konzern tauscht heute gern ganze Topcases oder Hauptplatinen, wenn nur einzelne Chips oder Anschlüsse defekt sind. Diese sind bei Ende der Gewährleistung entsprechend teuer. "Right to Repair"-Aktivisten fordern, dass auch Reparaturen direkt auf Ebene der Hauptplatinen erlaubt sein müssen. Das wiederum würde bedingen, dass Apple die entsprechenden Komponenten freigibt, für die der Konzern zum Teil Exklusivrechte hat. Das macht freien Werkstätten bislang das Leben schwer.

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(bsc)