Apple-Chef: Verhinderung von iPhone-Sideloading ist Top-Priorität

Wettbewerbshüter wollen eine Öffnung des iPhones für andere App-Läden erzwingen. Das untergrabe Datenschutz und Sicherheit, kontert Tim Cook.

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(Bild: IB Photography/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple will die Kontrolle über den App-Vertrieb für iPhones keinesfalls aufgeben: Das Unternehmen ist derzeit "sehr, sehr fokussiert darauf" die Datenschutz- und Sicherheitselemente des App Stores gegenüber Regulierungsbehörden und Gesetzgebern darzulegen, wie Apple-Chef Tim Cook in der Nacht auf Freitag auf Nachfrage von Finanzanalysten betonte. Um die Sicherheit der Plattform zu wahren, dürfe es kein Sideloading und auch keine anderen Wege geben, um ungeprüfte Apps auf iPhones zu bringen.

Das sei in Hinblick auf den App Store die "Nummer 1" auf Apples Liste, alles andere folge mit "weitem Abstand", erläuterte Cook. Sideloading würde auch die Datenschutzfunktionen des App-Ladens umgehen und das Vertrauen in den Marktplatz untergraben. Die Nachfrage einer Analystin, ob Apple durch die drohenden App-Store-Änderungen eine Umsatzminderung bei seiner inzwischen riesigen Dienstesparte erwartet, ließ Cook unbeantwortet.

In mehreren Ländern gibt es Bestrebungen von Regulierern und Politikern, eine Öffnung des iPhones zu erzwingen: Wer mit den Preisen im Supermarkt nicht zufrieden ist, könne einfach in den nächsten Laden gehen, das müsse ebenso für den App-Vertrieb gelten, betonte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager im Sommer. iPhone-Apps lassen sich ausschließlich in Apples App Store vertreiben. Der Hersteller kontrolliert alle Apps und behält eine Provision beim Verkauf digitaler Inhalte in Apps ein.

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Vestager warnte Apple zuvor bereits, Datenschutz und Sicherheit als "Schild gegen Wettbewerb" einzusetzen. Bei alternativen Wegen zum App-Vertrieb müsse man nicht automatisch auf beides verzichten. US-Senatoren versuchen derzeit, einen "offenen App-Markt" gesetzlich zu verankern. In Reaktion auf Klagen und Prüfungen rückt Apple derzeit von ersten kleineren App-Store-Vorgaben ab. Diese Eingeständnisse bei einzelnen Regeln würden aber "nicht annähernd weit genug" gehen, hieß es im September aus dem US-Senat.

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(lbe)