Apple: Entwickler müssen Datensammlung von Apps offenlegen

Bald soll das Datensammelverhalten von iOS-Apps anschaulich werden. Entwickler müssen jeden Einblick aufführen – auch durch Dritt-Code.

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In Apples App Store soll jede App eine solche Datenschutzkennzeichnung tragen.

(Bild: Apple)

Von
  • Leo Becker

Apps für iPhones, iPads und Macs müssen ab Herbst im Detail ausweisen, welche Nutzer- und Gerätedaten sie sammeln und zu welchem Zweck. Statt diese Informationen in länglichen Textwüsten klassischer Datenschutzerklärungen zu vergraben, sollen die Angaben zu jeder App anschaulich im App Store auftauchen – ähnlich wie Nährwertkennzeichnungen bei Lebensmitteln.

App-Anbieter und Entwickler müssen den Einblick in ihre Datensammelpraxis selbst zusammentragen sowie auf die Richtigkeit und Aktualität achten, wie Apple mitteilte. Die Angaben sind verpflichtend und sollen demnächst an den iPhone-Hersteller übermittelt werden. Dabei müssen Entwickler nicht nur aufführen, auf welche Daten ihr eigener Code zugreift, sondern auch möglicherweise eingebetteter Code Dritter – darunter etwa SDKs von Analyse-Tools und Werbeanbietern wie Facebook und Google.

Die App-Datenschutzdetails sollen festhalten, welche Daten die App erfasst und an den Entwickler oder Dritte übermittelt. Apple fragt dazu unter anderem ab, ob etwa Name und Adressinformationen von Nutzern erhoben werden, ob die Programme auf Gesundheits-, Fitness-, Zahlungs- und Standortdaten zugreifen wollen und ob sie auch an "sensiblen Angaben" interessiert sind, wie etwa der sexuellen Orientierung, politischen Meinungen oder Schwangerschaftsinformationen. Auch eine Sammlung von Nutzungs- und Diagnosedaten muss erwähnt werden.

Entwickler müssen außerdem angeben, wofür die Datensammlung dient, beispielsweise zur Personalisierung einer App oder auch für Werbung. Zudem will Apple wissen, ob sich ein einzelner Nutzer aus den Daten zurückverfolgen lässt und ob ein Tracking erfolgt – also eine Verknüpfung von Daten oder eine Profilerstellung zu Werbezwecken.

Ob Apple die übermittelten Angaben einzeln überprüft oder erst im Beschwerdefall reagiert, bleibt vorerst unklar. Die Detailangaben zum Datenzugriff gehören zu den für iOS 14 geplanten Datenschutz- und Funktionsneuerungen, die ein heimliches Nutzer-Tracking erschweren sollen. Die Einführung einer Kernkomponente, ein generelles Opt-in für Werbe-Tracking, will Apple nach Beschwerden aus der Werbebranche allerdings auf 2021 vertagen.

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(lbe)