Apple: Fortnite-Macher Epic klaut immer noch Geld

Auch nach dem Rauswurf beraube Epic Games Apple, so der iPhone-Konzern. Man habe einen "Besitzanspruch" auf In-App-Umsätze von iOS-Nutzern.

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(Bild: Ascannio/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Im Streit mit Epic Games um In-App-Käufe verschärft Apple den Ton: Der Fortnite-Macher klaue Apple "bis zum heutigen Tag klar feststellbare Summen an Geld", wie der iPhone-Konzern in einer gerichtlichen Eingabe vorbringt – man müsse deshalb in der Lage sein, zivilrechtliche Ansprüche gegen ein solches Verhalten durchsetzen zu können. Epics versteckte Einführung eines "unerlaubten externen Bezahlsystems" beraube Apple um "täglich wachsende Beträge".

Man habe einen "Besitzanspruch" auf die Umsätze, die durch In-App-Käufe von iOS-Nutzern erwirtschaftet werden, schreibt Apple in der Eingabe (Epic Games vs. Apple, Aktenzeichen 4:20-cv-05640, US Dictrict Court, Northern District of California) Digitale Inhalte müssen in iOS-Apps über Apples Bezahlschnittstelle (In app purchase - IAP) zum Kauf angeboten werden, andere Bezahlsysteme sind nicht erlaubt. Apple kann dadurch bis zu 30 Prozent Provision von jedem Kauf einbehalten. Gegen diese Vorgabe und die Höhe der Provision laufen inzwischen mehrere Unternehmen Sturm.

Fortnite lässt sich nach dem App-Store-Rauswurf durch Apple zwar nicht mehr auf iPhones und iPads herunterladen, kann aber weiter gespielt werden, wenn es bereits installiert ist. Die letzte Version der App enthält dabei parallel zu Apples In-App-Bezahlschnittstelle eine Option, die Spielwährung V-Bucks direkt bei Epic Games zu kaufen und somit Apples 30-Prozent-Provision zu umgehen – Spieler können das weiterhin nutzen. Epics heimliche Integration der versteckten direkten Bezahlmöglichkeit hatte den Streit ursprünglich ausgelöst.

Epic will mit dem Rechtsstreit erreichen, dass Apple und Google alternative Bezahlsysteme in Apps für ihre Plattformen zulassen müssen. Der Versuch, per einstweiliger Verfügung mit eigener Bezahlschnittstelle zurück in den App Store zu dürfen, scheiterte allerdings.

Apple wurde zugleich aber untersagt, die Entwicklung von Epics Unreal Engine zu behindern – der iPhone-Hersteller hatte vergeblich argumentiert, die Spiele-Engine sei eine Bedrohung und könne von Epic als "trojanisches Pferd" verwendet werden. Apple sieht sich durch Epics Vorgehen getäuscht und fordert inzwischen auch Schadenersatz. (lbe)