Apple-Läden in USA: Beschwerden wegen "überzogenen" Anti-Gewerkschaftstaktiken

Teile der Retail-Belegschaft des Konzerns wollen sich organisieren. Apple nutze Pflicht-Meetings, um gegen Gewerkschaften Stimmung zu machen, so der Vorwurf.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 13 Beiträge
Menschen in einem Apple Store

(Bild: Amir Hosseini / Unsplash)

Von
  • Leo Becker

Bei den Bemühungen um Arbeitnehmervertretungen in Apples US-Ladengeschäften wird der Ton offensichtlich schärfer: Apple greife zu "überzogenen Taktiken", um Mitarbeiter verstärkt gegen Gewerkschaften aufzuwiegeln, heißt es bei Vertretern von US-Gewerkschaften. Sie haben Beschwerden gegen den Konzern bei der Arbeitnehmerschutzbehörde National Labor Relations Board (NLRB) eingereicht.

Apple wird darin vorgeworfen, Meetings mit Anwesenheitspflicht dazu zu verwenden, den Mitarbeitern angebliche Nachteile des gewerkschaftlichen Organisierens darzulegen. Diese sogenannten "Captive Audience Meetings" sind in den USA für eine bestimmte Zeit vor einer Gewerkschaftswahl zulässig, wurden jüngst aber von der NLRB-Chefin als eine Verletzung von US-Arbeiterschutzgesetzen eingestuft. Pflicht-Meetings mit Anti-Gewerkschafts-Rhetorik nehme Angestellten das Recht, sich "solche Ansprachen nicht anzuhören". Der Zwang zur Meeting-Teilnahme sei eine "Anomalie im Arbeitsgesetz" und laufe dem Schutz der freien Wahl der Arbeiter zuwider.

Apple verhalte sich entgegen seinen vorgebrachten Werten wie eine "typische amerikanische Firma, die überzogene Taktiken einsetzt, um Mitarbeiter einzuschüchtern und zu nötigen", teilte die Gewerkschaft Communications Workers of America gegenüber US-Medien mit. Apple hat sich zu den konkreten Vorwürfen bislang nicht geäußert, man biete den Retail-Angestellten guten Lohn und viele Sonderleistungen, so der Konzern.

Berichten zufolge hat Apple bereits "Talking Points" an Manager in den Stores ausgegeben, die mögliche Nachteile einer gewerkschaftlichen Organisierung aufführen. Darunter werden weniger Flexibilität, schlechtere Sozialleistungen und geringere Aufstiegschancen genannt. In einem Apple Store in Atlanta soll am 2. Juni erstmals eine Gewerkschaftswahl abgehalten werden, in weiteren US-Läden gibt es ähnliche Bemühungen, darunter auch im prominenten Grand Central Terminal Store in New York.

Lesen Sie auch
Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

(lbe)