Apple Look Around: Datenschützer hat Bedenken gegen Straßenansichtsdienst

Mecklenburg-Vorpommerns Datenschutzbeauftragter Heinz Müller moniert, dass Apple nach seinen aktuellen Kamerafahrten Rohdaten unverpixelt in den USA speichert.

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Apple Look Around: Datenschützer hat Bedenken gegen Straßenansichtsdienst

Kamera-Auto für Apple Maps, gesehen im Juni 2020 in Köln.

(Bild: Olaf Gedanitz/Shutterstock.com)

Von
  • Stefan Krempl

Nach dem jahrelangen Streit über den in Google Maps integrierten Straßenansichtsdienst Street View sorgt nun auch Apples geplantes Pendant Look Around ("Umsehen-Funktion") für Unmut. Nach der Aufnahme der Kamerafahrten des US-Konzerns auch im Nordosten der Republik kritisiert der Datenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Heinz Müller, dass Apple nach bisher veröffentlichen Informationen die Aufnahmen in nicht unkenntlich gemachter Form als Rohdaten bis zu 36 Monate lang unverpixelt auf US-Servern aufbewahrt.

Apple hat gegenüber der in Deutschland zuständigen Kontrollbehörde, dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) zwar bestätigt, dass Gesichter von Personen und Kfz-Kennzeichen vor einer Veröffentlichung automatisch verpixelt und so unkenntlich gemacht werden sollen. Damit will Apple den Bestimmungen in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu Privacy by Design nachkommen und Risiken für die Privatsphäre senken. Das Archiv der Bilder und Videos in den USA beäugt Müller aber sehr skeptisch.

Der Datenschützer erinnert zudem daran, dass das Unkenntlichmachen etwa der eigenen Hausfassade, des Vorgartens oder des geparkten Autos "den aktiven Widerspruch des Betroffenen" erfordere. "Dafür sollte man in jedem Fall den Ort und, wenn möglich, die Zeit der Aufnahme angeben." In diesem Fall gelte das Löschbegehren auch für die Rohdaten. Müllers Behörde hat dafür ein Musterformular bereitgestellt.

Ausführlichere Informationen etwa zum Ablauf der bis Ende September geplanten Kamerafahrten und Kontaktmöglichkeiten bei Apple finden sich unter anderem beim BayLDA oder bei dem Unternehmen direkt. Dort sind auch dessen Datenschutzpläne einsehbar.

(kbe)