Apple MacBooks kaum mehr verfügbar: Lockdowns und Probleme in der Lieferkette

Apple kann MacBook Air und Pro wohl erst wieder ab Juli liefern. Auch bei anderen Produkten gibt es lange Wartezeiten. Der Konzern erwartet Milliardeneinbußen.

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MacBook Pro 16
Von
  • Leo Becker

Apples MacBook-Lieferprobleme dauern voraussichtlich noch viele Wochen an: Die Notebooks können wohl erst ab Juli wieder in größeren Stückzahlen auf Vor-Lockdown-Niveau gefertigt werden, wie aus der Lieferkette des Herstellers zu hören ist. Besonders Werke rund um Shanghai seien weiterhin von strikten Anti-Covid-Vorgaben betroffen.

In einem Werk des Auftragsfertigers Quanta Computer, in dem MacBooks gefertigt werden, ist es jüngst angeblich zu Ausschreitungen gekommen, weil die Arbeiter von der Außenwelt isoliert wurden.

Auftragsfertiger im Osten Chinas hätten nach ersten Lockerungen die Produktion inzwischen zwar wieder aufgenommen, könnten aber nur mit rund 10 bis 20 Prozent der eigentlichen Kapazität arbeiten, berichtet das Branchenmagazin DigiTimes unter Berufung auf Zuliefererkreise. Es fehle sowohl an zusätzlichen Arbeitern als auch an Teilen. Gefertigte Notebooks und für die weitere Produktion benötigten Teile stecken in Containerschiffen fest, die vor Häfen auf ihre Entladung warten müssen, heißt es weiter.

Die wichtigsten Modellreihen des MacBook Pro sind aktuell praktisch nicht erhältlich. Apple liefert das MacBook Pro mit 14“- und 16“-Display bei Online-Bestellungen voraussichtlich erst wieder ab Mitte Juli aus – das gilt auch für die gewöhnlich am besten verfügbaren Basiskonfigurationen. Kunden, die Geräte schon vor Wochen bestellt hatten, wurden inzwischen ebenfalls auf den späten Liefertermin vertröstet, schreibt Macrumors.

In einzelnen deutschen Apple-Läden gibt es bestimmte Modelle offenbar noch. Nachschub scheint nicht mehr zu kommen: In anderen Geschäften sollen die Profi-Notebooks erst wieder ab Ende Juli zu finden sein. Ähnlich schlecht sieht die Liefersituation bei dem MacBook Air sowie dem Mac Studio und Apples Studio Display aus.

Andere Produkte wie iPhones sind in Deutschland derzeit nach Apples Angaben noch verfügbar. Die Lockdowns in China, die schwer abschätzbaren Beeinträchtigungen der Lieferkette und die anhaltende Chipknappheit schlagen im laufenden Quartal direkt auf Apples Geschäft durch, wie der Konzern zuletzt warnte: Apple erwarte dadurch Umsatzeinbußen in Höhe von 4 bis 8 Milliarden US-Dollar, letztlich seien praktisch alle Produktreihen davon betroffen.

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(lbe)