Apple vs. Epic: Apple-Manager diagnostiziert Malware-Problem beim Mac

Können Apps frei heruntergeladen werden, nutzt Malware dies aus, so Apples Software-Chef. Er verteidigte damit die App-Zugangskontrolle auf dem iPhone.

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(Bild: welcomia/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple sieht offene Plattformen als Magnet für Malware: Die Möglichkeit, Programme für macOS frei aus dem Internet zu laden, werde "regelmäßig ausgenutzt", wie Apples Software-Chef Craig Federighi am Mittwoch vor Gericht im Rechtsstreit mit Epic Games zu Protokoll gab. MacOS habe inzwischen "ein Level an Malware erreicht", das Apple "nicht akzeptabel" findet, so der Manager.

Seiner Angabe nach hat Apple im letzten Jahr 130 neue Arten von Mac-Malware entdeckt und entfernt – eine davon allein habe 300.000 Macs infiziert. Sicherer als Windows-PCs seien Macs aber trotzdem noch, so Federighi.

Der Mac habe jedenfalls ein signifikant größeres Malware-Problem als iPhone und iPad, erläuterte Federighi, der damit die App-Zugangskontrolle über den zentralen App Store auf iPhones und iPads rechtfertigte. Bei iOS habe man ein weit sicheres System entwickeln wollen und das sei "allen Anzeichen nach" auch gelungen. Eine "beträchtliche" Malware-Problematik sei auch bei Android zu beobachten, so Federighi – dort ist App-Sideloading eine Option.

Epic Games versucht mit seiner Klage (Aktenzeichen 4:20-cv-05640, United States District Court for the Northern District of California, Oakland Division), den Vertrieb von iPhone-Apps über alternative App-Läden zu erzwingen und verwies dabei mehrfach auf das Modell macOS. Dort ist die direkte Installation von Software außerhalb von Apples App Store bislang möglich.

Apples Software-Chef verwies darauf, dass die Zahl der iOS-Nutzer rund zehnmal größer sei als die Zahl der Mac-Nutzer, entsprechend seien iPhones ein viel attraktiveres Ziel für Angreifer. Auf iPhones würden zudem viel mehr Apps heruntergeladen und sensiblere Daten gespeichert. Federighi verglich den Mac mit einem Auto: Man müsse das Fahren erst trainieren und es erfordere auch Eigenverantwortung. Bei iOS habe Apple etwas entwickeln wollen, was selbst Kleinkinder sicher bedienen können – es seien "richtig unterschiedliche Produkte".

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(lbe)