Apple Maps: Kamerarucksäcke sollen Städte in Deutschland erfassen

Zu Fuß will Apple weitere Daten für den Kartendienst erfassen, die etwa in das Street-View-Pendant "Look Around" einfließen. In Österreich starten Kameraautos.

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Kamera-Auto für Apple Maps, gesehen im Juni 2020 in Köln.

Auf Apples Kameraautos folgt nun die Erfassung durch Kamerarucksäcke.

(Bild: Olaf Gedanitz/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple will in Deutschland bald Kartendaten per Kamerarucksack sammeln, um auch autofreie Bereiche abzudecken. Über die kommenden Wochen sollen Mitarbeiter mit entsprechenden tragbaren Systemen zu Fuß in mehreren Städten unterwegs sein, darunter München (sowie Fürstenfeldbruck, Dachau, Freising), Berlin, Hamburg (plus Pinneberg und Harburg) sowie Potsdam und Umland, wie das Unternehmen mitteilte.

Apple will dort offenbar jeweils besonders bekannte Bereiche erfassen, wie etwa den Englischen Garten in München und den Tiergarten in Berlin. Die Erfassungsgänge werden voraussichtlich bis Oktober 2021 erfolgen.

Die von den Rucksäcken erfassten Daten können etwa in die Funktion "Look Around" einfließen, erläutert Apple – das ist das Street-View-Pendant des Kartendienstes, mit dem man sich bereits virtuell auf Straßenebene durch erste Regionen in den USA bewegen kann. Gesichter und Autokennzeichen sollen dabei automatisch unkenntlich gemacht werden. Anwohner haben die Option, eine Verpixelung ihrer Häuser zu beantragen.

Ebenso wie Apples Fahrzeugflotte zur Erfassung von Kartendaten sind die Rucksäcke neben Kameras auch mit Light-Detection-and-Ranging-Sensoren (Lidar) ausgerüstet, um die Umgebung dreidimensional zu erfassen. Konkurrent Google setzt für den eigenen Kartendienst ebenfalls seit Langem auf Kamerarucksäcke – sowie auch auf Dreiräder mit aufmontierten Kameras und Sensoren.

In den zurückliegenden Monaten führte Apple auch Datenerfassungen zu Fuß per iPad in deutschen Städten durch, dort dürften die Lidar-Sensoren die Hauptarbeit übernommen haben. Das diene zu "Zwecken der Kartenverbesserung", heißt es bei Apple lediglich.

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Parallel startet in den kommenden Wochen Apples Kamerawagenflotte in Österreich, um auch dort detaillierte Daten zu erheben. In Deutschland sind die Fahrzeuge des Konzerns schon seit 2019 immer wieder auf der Straße, im vergangenen Jahr waren die Apple-Maps-Autos in allen Bundesländern unterwegs. Apple bereitet damit die Einführung der neuen, detaillierteren Version seines Kartendienstes vor, die bereits in ersten Ländern wie USA und Großbritannien und Spanien verfügbar ist, auch Italien soll noch im laufenden Jahr umgestellt werden. Ein konkreter Einführungstermin für Deutschland und Österreich liegt noch nicht vor.

(lbe)