Apple Maps stellt Navigation auf eigene Beine

Die Karten-App soll Nutzer in den USA nun mit eigenem Datenbestand ans Ziel führen – ohne die bislang genutzten Daten des Navi-Spezialisten TomTom.

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Das neue Apple Maps soll im laufenden Jahr nach Europa kommen.

(Bild: Apple)

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Mit dem Neuaufbau der auf iPhones vorinstallierten Karten-App setzt Apple erstmals auf hauseigene Daten zur Streckenführung. Die Basis für die Navigationsfunktionen in Apple Maps stellen bislang Daten des Navi-Urgesteins TomTom, das soll zumindest in den USA nun nicht länger der Fall sein. Stattdessen greift Apple offenbar auf den Datensatz zurück, den der Konzern mit einer eigenen Flotte aus Kamerawegen gesammelt hat, die seit 2015 unterwegs sind.

Entsprechend verzichtet die Karten-App für die USA nun auf eine weitere Lizenzierung von TomTom-Daten, wie Apple gegenüber Wired bestätigte. Der Konzern hat Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass die Neuauflage von Apple Maps nun die komplette USA abdeckt. Im Laufe des Jahres 2020 soll das frische, detaillierte Kartenmaterial auch in Europa starten. Genaue Angaben, wann und in welchen europäischen Ländern das neue Apple Maps antritt, gab Apple noch nicht bekannt.

Auch in Kontinentaleuropa sind Fahrzeuge des Unternehmens seit 2015 unterwegs. Sie sammeln nicht näher genannte Daten für Apple Maps, dazu dürften etwa auch Schilder und Informationen zur Verkehrsführung gehören. In Deutschland sind Apples Kamerafahrzeuge allerdings erst Mitte 2019 gestartet, es ist unklar, wie viel Daten hier bislang erhoben wurden. Die Apple-Flotte fertigt zudem Fotos an, die in die neue Look-Around-Funktion einfließen – Apples Pendant zu Googles Street View. Es ist derzeit nur in wenigen US-Städten verfügbar, soll aber schnell ausgebaut werden.

Apples Karten-App setzte ursprünglich auf die gleiche Datenbasis wie Google Maps, bis es zum Zwist zwischen den Konzernen kam. 2012 führte Apple einen eigenen Kartendienst ein, der zum Start derart massive Probleme aufwies, dass sich Apple-Chef Tim Cook dafür öffentlich entschuldigte – und Verbesserung versprach.

Mit Milliardeninvestitionen und dem Aufbau einer eigenen Datenbasis hat der Konzern den Dienst seitdem weiterentwickelt. Dafür werden auch Daten von iPhone-Nutzern herangezogen, etwa für eine Datenbank mit Verkehrsinformationen und Staudaten. Seit kurzem übermitteln iPhones auch Luftdruckdaten an den Hersteller. (lbe)