Apple-Mitarbeiter gesteht Millionenbetrug

Jahrelang hat ein Apple-Mitarbeiter seinem Arbeitgeber dessen eigenes Inventar verkauft. Zum Schaden von mehr als 17 Millionen Dollar kommt noch Steuerbetrug.​

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Illustration zeigt eine schwarze Fahne mit güldenem Apple-Logo

Künstlerische Darstellung einer Fahne mit güldenem Apfel

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Jahrelang hat Dhirendra P. seinen Arbeitgeber Apple betrogen. Nun hat er zugegeben, Apple einen Schaden von mehr als 17 Millionen US-Dollar zugefügt zu haben. Zum Zeitpunkt der Anklage im Frühjahr war noch von 10 Millionen Dollar Betrug gegen Apple die Rede gewesen. Außerdem gesteht P. nun Steuerbetrug. Ihm drohen damit bis zu 25 Jahre Haft, doch dürfte sein Geständnis das Strafausmaß deutlich senken.

Ebenfalls schuldig bekannt haben sich zwei Apple-Lieferanten, mit denen P. gemeinsame Sache gemacht hat. P. arbeitete von Ende 2008 bis Ende 2018 für Apple, die meiste Zeit davon im Einkauf. Dabei soll er Bestechungsgelder von Lieferanten angenommen, Gegenstände gestohlen und die Bezahlung ungerechtfertigter Rechnungen auf Kosten Apples in die Wege geleitet haben.

Die Staatsanwaltschaft schildert beispielhaft eine besonders dreiste Betrugsmethode: P. ließ Motherboards aus Apples Lagerbestand an die kalifornische Firma CTrends seines Komplizen Don M. B. schicken. Dieser zerlegte die Motherboards und schickte Bauteile zurück an Apple. Mit Rechnung, versteht sich, deren Bezahlung P. veranlasste. Auf diese Weise zahlte Apple für seine eigenen Originalbauteile. P. und B. teilten sich die Beute.

Ähnlich die Masche mit Komplizen Robert Gary H. und dessen Firma Quality Electronics Distributors aus Nevada. P. ließ der Firma Bauteile aus Apple-Beständen zukommen. H. entfernte die Verpackungen, verpackte die Sachen anders, und "verkaufte" sie an Apple. Auch hier teilten sich die Täter die Beute – allerdings schleuste P. einen Teil der Zahlungen direkt an Dritte, denen er Geld schuldete, und verschwieg diesen geldwerten Vorteile in seiner Einkommensteuererklärung.

Dem nicht genug, gründete P. auch noch eine Briefkastenfirma, die unbegründete Rechnungen an CTrends ausstellte. Das sollte die Beute verschleiern und CTrends Steuern sparen. In Summe soll die US-Steuerbehörde um mehr als 1,8 Millionen Dollar betrogen worden sein.

Mit dem Betrugserlös hat sich P. mehrere Immobilien gekauft und Bankguthaben in Millionenhöhe angehäuft. All das fällt nun an den US-Staatshaushalt, im Gesamtwert von etwa fünf Millionen US-Dollar.

Die drei Strafverfahren sind allesamt am US-Bundesbezirksgericht für das nördliche Kalifornien anhängig und heißen USA v. Dhirendra Prasad (Az. 5:22-CR-00123), USA v. Don M. Baker (Az. 5:21-CR-00454) und USA v. Robert Gary Hansen (Az. 5:21-CR-00400).

(ds)