Apple Music: 1 Cent pro Stream für Musiker

Apple schüttet pro abgespieltem Song offenbar rund das Doppelte an Künstler aus als Spotify. Beim Marktführer werde dafür deutlich mehr gestreamt.

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Junge mit Kopfhörer und Smartphone

(Bild: Shutterstock/carballo)

Von
  • Leo Becker

Apple Music hat erstmals preisgegeben, was Musiker:innen für die Wiedergabe eines Musikstücks bei dem Streaming-Dienst erhalten: Es werde im Durchschnitt rund 1 Cent pro Stream bezahlt, hieß es am Freitag in einem Schreiben an auf Apple Music vertretene Künstler, wie das Wall Street Journal berichtet. Die "Penny pro Stream"-Vergütung von Apple Music liege deutlich über Spotify: Der Marktführer zahle im Durchschnitt nur rund ein Drittel bis die Hälfte eines Cents pro Stream.

Der niedrigere Anteil sei allerdings darauf zurückzuführen, dass Spotify-Abonnenten im Schnitt deutlich mehr Musik streamen, merkt das Wall Street Journal an. Da Spotify zudem erheblich mehr zahlende (und werbefinanzierte Abonnenten) zählt als Apple Music, bringt der Dienst der Branche mehr Geld ein.

Spotify hat nach eigener Angabe inzwischen über 155 Millionen zahlende Abonnenten. Apple hat zuletzt 2019 Zahlen genannt, damals war von über 60 Millionen Abos die Rede.

In dem Schreiben halte Apple außerdem fest, dass gut die Hälfte des Abo-Umsatzes an die großen Labels gehen – ähnlich ist es bei Spotify. Weder Spotify nach Apple zahlen Musiker direkt aus, die Gelder gehen jeweils an die Rechteinhaber und werden dann weiter verteilt. Musiker können durch die Angabe des Ausschüttungsbetrages pro Stream ihre Einkünfte aber bereits abschätzen.

Man glaube daran, dass "jeder Musiker die gleiche Rate als Bezahlung erhalten muss" und jede Wiedergabe einen Wert habe, zitiert die Wirtschaftszeitung aus dem Schreiben des iPhone-Konzerns an Musiker. Die Nennung konkreter Zahlen sei auch eine Maßnahme, sich nun als künstlerfreundlich zu präsentieren – besonders in den USA ist eine Debatte über die Ausschüttungen von Streaming-Diensten entbrannt. Spotify habe ebenfalls vor kurzem erste Details genannt, dort sei es durch die werbefinanzierten Abonnements komplexer.

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(lbe)