Apple: Spotify & Co tarnen "geschäftliche Beschwerden" als Wettbewerbsvorwürfe

Apple hat bei einer Kartellanhörung erhobenen Vorwürfe von Spotify, Tinder und Tile zurückgewiesen. Die Firmen würden ihren Erfolg auch dem App Store verdanken.

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(Bild: Joseph GTK/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Im Streit um Apples App-Store-Regeln wird immer schärfer geschossen: Die von den Unternehmen Spotify, dem Tinder-Anbieter Match sowie Tile jüngst erneut gegen Apple vorgebrachten Wettbewerbsvorwürfe seien eher "Beschwerden über Geschäftsstreitigkeiten" als "wettbewerbsrechtliche Bedenken", schreibt Apple in einer Eingabe an den Justizausschuss des US-Senats. Die Firmen würden mit zu den "größten und erfolgreichsten Anbietern im App Store" zählen. Das Wachstum des Musikstreaming-Marktführers Spotify sei zum Teil auch auf die "Chancen und Technologien" zurückzuführen, die der App Store bereitstelle, so Apple.

Spotify bemängelt unter anderem, dass In-App-Käufe nur über Apples Bezahlschnittstelle erfolgen dürfen und der iPhone-Konzern daran automatisch bis zu 30 Prozent mitverdient. Apple hält in dem von 9to5Mac veröffentlichten Brief an den Ausschuss dagegen, dass Apps Abos auch extern verkaufen können und sich diese dann auf iPhones nutzen lassen – ohne, dass Apple daran beteiligt wird. Spotify profitiere von der Provisionsstruktur, heißt es bei Apple: Der Streaming-Dienst zahle nur 15 Prozent Provision für weniger als 1 Prozent seiner Premium-Abonnenten. Gemeint sind hier offenbar alte Bestandskunden: Spotify hat Apples In-App-Kaufschnittstelle vor mehreren Jahren aus der iOS-App entfernt.

Auch Spotifys Beschwerde über das Verbot für Apps, auf externe Abo-Möglichkeiten zu verlinken, will Apple nicht gelten lassen: Das sei eine gängige Praxis im Handel, Apple könne schließlich auch keine Schilder in Läden von Mobilfunkanbietern stellen und darauf die Kunden bitten, das iPhone doch lieber direkt bei Apple zu bestellen. Die EU-Kommission war in ihrer Untersuchung der App-Store-Regeln jüngst zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass Apple mit diesen Regeln den Wettbewerb verzerrt – jedenfalls in Hinblick auf den Musik-Streaming-Markt, in dem Apple selbst vertreten ist.

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Die Dating-App Tinder sei nun die umsatzstärkste App weltweit, führt Apple weiter aus. Apples Provision lasse sich nicht mit den viel geringeren Sätzen von Zahlungsdienstleistern vergleichen, die das Annehmen von Kreditkartenzahlungen ermöglichen, so Apple – man stelle auch Technik, Tools und geistiges Eigentum bereit, das Entwickler das Schreiben und Vertreiben ihrer Apps ermögliche.

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Der Hersteller des Schlüsselfinders Tile hatte Apple vorgeworfen, eine intime Kenntnis von Tiles Geschäft zur Entwicklung eines eigenen konkurrierenden Produktes – die jüngst eingeführten AirTags – genutzt zu haben. Apple hatte Tile auch in den eigenen Ladengeschäften verkauft, vor rund zwei Jahren aber plötzlich aus dem Sortiment genommen. Der erhaltene Einblick in die Tile-Verkäufe sei "sehr begrenzt und sehr veraltet", heißt es bei Apple – vor Jahren habe man "manche Informationen" darüber gehabt, wie die Tile-Schlüsselfinder im Einzelhandel laufen – sie hätten sich "nicht gut verkauft".

(lbe)