Apple Watch Series 6: Nutzer beklagen unzuverlässige Blutsauerstoffmessung

Die SpO2-Messung klappt manchmal gar nicht oder die Werte fluktuieren. Überhaupt gibt sich Apple vorsichtig: Der Sensor ist ein "Wellness"-Produkt.

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Messung des Blutsauerstoffwerts mit der Series 6.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Misst es oder misst es nicht? Zu den wenigen neuen Hardware-Funktionen der Apple Watch Series 6 zählt ein Pulsoximeter. Das neue Sensormodul steckt auf der Rückseite der Uhr neben dem Pulsmesser und erlaubt es, über helle rote LEDs in 15 Sekunden die Sauerstoffsättigung des Blutes zu erfassen. Wie Nutzer nun allerdings bemerken, erfolgt dies aktuell nur beschränkt zuverlässig. So brechen Versuche mit der Fehlermeldung ab, es sei nicht gelungen, die Messung durchzuführen.

Laut Apple kann dies an zu viel Bewegung liegen oder auch, wenn man seine Finger während des Messvorgangs nicht still hält. Allerdings bricht die Messung durchaus auch ab, wenn man wie vom Hersteller empfohlen seine Hand ruhig auf einem Tisch oder einer Armlehne abgelegt hat. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die Messung ist nur dann erfolgreich, wenn der Sensor eng genug anliegt.

Bei etwas lockerer getragenen Armbändern – etwa beim Gliederarmband oder Apples beliebtem Sport-Armband aus Silikon – geht die Erfassung gefühlt regelmäßig schief. Nutzer sollten also zunächst damit beginnen, das Band etwas enger anzulegen – gut geeignet sind die Loop-Armbänder des Herstellers, obwohl auch diese manchmal Probleme machen.

Störend ist weiterhin, dass die Werte nicht selten weit auseinanderlaufen. Nutzer berichten von Messungen mit "100 Prozent SpO2", die dann bei einer Nachüberprüfung plötzlich bei 95 Prozent landen, teilweise nur, wenn sich die Uhr etwas am Handgelenk verschoben hat.

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Im Vergleich zu einem handelsüblichen Pulsoximeter aus der Apotheke, das man auf die Fingerkuppe setzt, dauert die Erfassung sehr lange. Wie genau Apples Pulssauerstoffmessung wirklich ist, müssen erst konkrete Überprüfungen mit professionellem Equipment zeigen; der Konzern hat hier aber – etwa bei seinem 1-Kanal-EKG in der Watch – einen bislang guten Ruf. Im ersten Mac & i-Test schienen die auf die Schnelle ermittelten Werte unterm Strich denen zu entsprechen, die wir auch über die Pulsoxymetriefunktion einer Garmin Forerunner 945 ermittelten.

Apple selbst versucht, die Erwartungen an den Sensor etwas zu dämpfen. Die Messwerte würden sich nur für "Wellness- und Fitness-Zwecke" eignen, so der Konzern schon bei der Vorstellung der Apple Watch Series 6. Gut möglich ist auch, dass da noch an der Software gefeilt wird. Immerhin verbaut Apple für die Funktion einen eigenen Sensor, der sich zur Erfassung Zeit lässt – andere Computeruhren nutzen für den Blutsauerstoff einfach den Pulssensor.

Die stark fluktuierende Erfassung sorgt noch für ein weiteres Problem: Eigentlich soll die Uhr auch im Hintergrund den SpO2-Wert erfassen. Wenn man sich jedoch zu sehr bewegt, klappt dies schlicht nicht und die Daten kommen nicht auf die Uhr. (bsc)