Apple als Vorbild: Google will Entfernen der Werbe-ID unter Android ermöglichen

Erst iOS, nun Android: Google hat angekündigt, dass die Werbe-ID in dem Betriebssystem bald ganz entfernt werden kann. Das würde das Tracking erschweren.

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(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Auch unter Android soll es bald möglich sein, die Werbe-ID AAID (Android Advertising ID) komplett vor Zugriffen zu verstecken und das Tracking damit deutlich zu erschweren. Das hat Google mitgeteilt und erklärt, dass der geänderte Umgang über ein Update Ende 2021 eingeführt werden soll. Wird dann unter Android die Zustimmung zur Nutzung der Werbe-ID nicht erteilt, kann die eindeutige Identifikation überhaupt nicht mehr eingesehen werden, auch nicht von Apps, bei denen das aktuell noch der Fall war. Erst vor zwei Monaten hatte der Wiener Datenschutzaktivist Max Schrems in Frankreich eine DSGVO-Beschwerde gegen Google eingereicht, weil das Unternehmen Nutzer:innen von Android-Telefonen ohne deren Zustimmung illegal verfolgen würde.

Die AAID dient im Kern dazu, personalisierte Werbung zu schalten. Auf jedem Android-Gerät wird die umstrittene Tracking-ID nach dem ersten Einschalten generiert und funktioniert wie eine Art digitales Nummernschild. Google und zahllose Drittanbieter können die Nutzer:innen darüber überwachen. Wer das nicht möchte, kann bislang nur die "Personalisierte Werbung deaktivieren" und es Apps damit untersagen, "die Werbe-ID zur Erstellung von Profilen zu verwenden" beziehungsweise personalisierte Werbung anzuzeigen. Viele Dienste halten sich aber nicht an die Vorgaben und auch das Zurücksetzen der ID bringt nicht viel. Schrems hält sogar das Generieren der ID an sich für illegal.

Nach dem nun von Google angekündigten Update soll die Werbe-ID komplett gelöscht werden, wenn Nutzer:innen das wünschen. Werde danach darauf zugegriffen, würden lediglich Nullen als Ergebnis ausgegeben. Das Update soll zuerst Apps betreffen, die unter Android 12 laufen und ab 2022 alle, die Google Play unterstützen. Im Juli soll es eine Alternative für essenzielle Nutzungsszenarien der ID geben wie Analyse-Funktionen und Betrugsvermeidung, heißt es noch. Während unter iOS der Zugriff auf die Werbe-ID aber explizit erlaubt werden muss, sieht Google nur die nachträgliche Sperrung vor, was weniger Menschen wahrnehmen dürften.

Mit den Änderungen bei der Werbe-ID scheint sich Google dem Druck zu beugen, der nicht nur durch die Kritik von Datenschützern, sondern auch von Apple aufgebaut worden war. Der Konkurrent hatte kürzlich sein App-Store-Regelwerk dahingehend überarbeitet, dass Apps fortan eine explizite Erlaubnis für das Tracking von Aktivitäten benötigen. Die neue Schnittstelle "App-Tracking Transparenz" blockiert den bislang freien Zugriff auf die Werbe-ID. Erst nach der Zustimmung dürfen Apps darauf zugreifen. Damit hat der Konzern den Werbemarkt aufgemischt und beispielsweise bei Facebook für jede Menge Frust gesorgt. Dass Google nachziehen könnte, hatte sich bereits angedeutet.

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(mho)