Apple arbeitet an Nachfolgeregelung für Tim Cook

Einem Bericht zufolge fördert der Konzern derzeit eine Riege jüngerer Manager, um Topposten zu übernehmen. Die altgedienten Ränge lichten sich langsam.

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Tim Cook, hier mit Startalkerin Oprah.

(Bild: dpa, Tony Avelar)

Von
  • Ben Schwan

Apple-Chef Tim Cook wird am kommenden 1. November 60 Jahre alt. Da ist die Frage durchaus berechtigt, wer nach dem obersten Boss des iPhone-Herstellers kommen soll. Steve Jobs, sein verstorbener Vorgänger, von dem Cook im Jahr 2011 offiziell das Ruder übernahm, wurde 56 Jahre alt. Nun sind interne Informationen über eine mögliche Nachfolgeregelung durchgesickert.

Wie der gut vernetzte Apple-Journalist Mark Gurman für die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg schreibt, sind Cook und seine Stellvertreter derzeit "zunehmend mit der Nachfolgeplanung beschäftigt". Der Manager beginnt gerade sein zehntes Jahr als Apple-Boss. Offenbar ist Apple bereits dabei, "eine neue Generation von führenden Mitarbeitern" zu fördern, die wichtige Managementpositionen übernehmen sollen.

Tatsächlich ist Cook in seiner Altersgruppe nicht allein. Andere wichtige Manager wie Phil Schiller, der Marketingchef, sind ebenfalls schon 60 und ziehen sich langsam zurück. Designchef Jony Ive, der über viele Jahre wohl wichtigste Mitarbeiter des Konzerns, ging schon letztes Jahr. Die Nachfolger sind nur teilweise jünger. Schiller-Nachfolger Greg Joswiak ist Jahrgang 1964, Cooks direkter Stellvertreter Jeff Williams, der auch für die Apple Watch zuständig ist, Jahrgang 1963.

Immerhin: Apple-Manager bleiben üblicherweise lange im Konzern. Doch die 60 könnte häufig zur Schallgrenze werden, weil die Mitarbeiter in dieser Lebensphase gerne noch einmal etwas anderes ausprobieren wollen. Millionäre (Cook selbst ist Milliardär) sind sie längst.

Nachfolger Cooks soll dennoch offenbar Jeff Williams werden, schreibt Gurman. Williams sei "klarer Erbe" des Apple-Chefs – auch von seiner zurückhaltenden Art her passt das. Andere potenzielle Topmanager sind Kaiann Drance für das Marketing, Softwareboss Craig Federighi (51) für diverse mögliche Technikpositionen oder Jon Andrews, Vizepräsident im Bereich "CoreOS"., wo die Betriebssystementwicklung ihren Platz hat.

Der 55jährige Eddy Cue, iTunes- und Dienste-Boss, gilt als "Wild Card", auch Peter Stern, Content-Chef für Apple TV+ und Co., könnte ins Topmanagement aufsteigen. Die Generation 30+ hat es allerdings nach wie vor schwer bei Apple. Sie lernt zwar viel, doch für einen Posten als "Senior Vice President" braucht es schon viele Arbeitsjahre. Wer einmal bei Apple ist, bleibt dort oft lange – sofern er mit dem Arbeitspensum zurechtkommt. (bsc)