Apple baut Services-Sparte um – und konzentriert sich auch auf mehr auf Werbung

Unter Topmanager Eddy Cue sind iCloud, Musik, Video und App Store zusammengefasst. Künftig sollen hier vor allem Streaming und Werbung im Mittelpunkt stehen.

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Mit Apple One bietet der Konzern bereits ein Superabo an.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apple führt größere Veränderungen in seinem Services-Team durch, welches dem Konzern in den letzten Jahren immer mehr Geld in die Kasse gespült hat. Dienstechef Eddy Cue, langjähriger Apple-Manager und Senior Vice President for Services, soll sich künftig stärker auf das Streaming- und Werbegeschäft konzentrieren, heißt es in einem Bericht der Wirtschaftsseite BusinessInsider, die sich auf interne Quellen beruft.

Aktuell hat Cue ein gigantisches Portfolio: Unter ihm sind nicht nur iCloud, alle Content-Dienste (Music, TV+, News+, Books, Arcade, Fitness+, iTunes Store) und die ebenfalls wachsende Werbeabteilung einsortiert, sondern auch App Store, Apple Pay und die Milliarden-Einnahmen durch die Suchpartnerschaft mit Google. Selbst AppleCare+, Apples Garantieverlängerung, läuft bei dem Konzern unter "Services". Zuletzt war die gesamte Sparte um gut 17 Prozent auf fast 20 Milliarden US-Dollar Umsatz im Quartal gewachsen.

Die verstärkte Konzentration auf Streaming und Werbung wird darauf zurückgeführt, dass der Konzern hier wohl das meiste Umsatzwachstum erwartet. So soll sich Cues direkter Untergebener, der Vice President of Services Peter Stern, nicht mehr direkt um das Reklamegeschäft kümmern und stattdessen voll auf Streaming und angrenzende Dienste setzen. Todd Teresi, bereits jetzt Vizepräsident für die Advertising-Abteilung, bekommt mehr Verantwortung und berichtet seit Anfang 2022 direkt an Cue. Das Geschäft sei jetzt so groß, dass es "selbständig" werden solle.

Es ist interessant, dass Apple gerade in Werbung ein interessantes Business sieht. Der Konzern macht massiv Druck auf reklamefinanzierte Konkurrenten wie Meta, indem er die Trackingmöglichkeiten etwa von Apps einschränkt. Doch das eigene Geschäft mit Reklame wächst offenbar deutlich. Dazu gehören vor allem die im App Store platzierten Suchanzeigen, die sich mittlerweile für App-Anbieter als beste Möglichkeit erwiesen haben, neue Nutzerinnen und Nutzer zu finden. Apple kann hier auf First-Party-Daten setzen, die der Konzern selbst sammelt.

Eventuell kommt es aber auch zu einer Kombination aus Streaming und Werbung – Apple könnte auch in neuen TV-Formaten, Filmen und Sportübertragungen, die in englischsprachigen Ländern bereits begonnen haben, Reklame schalten. Derzeit ist aber etwa Apple TV+, in das Milliarden geflossen sind, ein Minusgeschäft. Der Dienst ist mit 5 Euro im Monat signifikant billiger als die Konkurrenz, hat aber noch immer deutlich weniger Abonnenten als Netflix, Disney+ oder Hulu in den USA. Apple nutzt unter anderem neue Paketangebote, um den Umsatz zu erhöhen.

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(bsc)