Apple baut eigene Bewertungsdatenbank für Orte auf

Apple Maps setzt künftig auf durch eigene Nutzer generierte Empfehlungen für Orte wie Restaurants und Geschäfte. Das dürfte externe Quellen wie Yelp ersetzen.

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Kamera-Auto für Apple Maps, gesehen im Juni 2020 in Köln.

(Bild: Olaf Gedanitz/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Für die Neuauflage seines Kartendienstes setzt Apple immer umfassender auf eine hauseigene Datenbasis: Der iPhone-Konzern hat nun offenbar damit begonnen, eine eigene Empfehlungs- und Fotodatenbank für "Orte von Interesse" aufzubauen – also beispielsweise Restaurants, Ladengeschäfte und Sehenswürdigkeiten. Bislang setzt Apple Maps respektive Apple Karten dafür auf Daten von Drittanbietern, darunter die Empfehlungsplattformen und ortsbasierten Dienste Yelp, Tripadvisor und Foursquare.

Nutzer von Apple Maps können künftig Bewertungen für die von ihnen besuchten Orte wie etwa Restaurants und Ladengeschäfte eingeben, wie aus der jüngste Beta von iOS 14 hervorgeht. Auch das direkte Hochladen von Fotos wird möglich, das anderen Nutzern einen Vorabeinblick in den jeweiligen Ort verschaffen kann. Nach den bislang von einem Beta-Nutzer veröffentlichten Screenshots setzt Apple dafür auf ein simples Bewertungssystem aus "Daumen hoch" oder "Daumen runter", im Unterschied etwa zu Google Maps scheinen Rezensionen nicht vorgesehen.

Zur Betrugsvermeidung werden die Bewertungen und Fotos mit der Apple-ID des jeweiligen Nutzers verknüpft, schreibt Apple und betont zugleich, dass dies für die restliche Nutzung des Kartendienstes weiterhin nicht gelte. Alle anderen Dateneingaben bei dem Kartendienst, darunter etwa auch Naviziele und Routen sollen nur mit zufälligen Kennungen verknüpft werden, "die ständig zurückgesetzt werden", wie der Konzern verspricht.

Apple Maps scheint außerdem die vom iPhone aufgezeichnete Standorthistorie ("Wichtige Orte") zu verwenden, um Missbrauch bei Bewertungen und Foto-Uploads auszuschließen: Die Abgabe einer Bewertung soll offenbar nur Nutzern möglich sein, die einen bestimmten Ort tatsächlich besucht haben. Die Neuauflage von Apple Maps deckt bislang erst die USA ab, sie soll bis Jahresende aber auch Großbritannien, Irland und Kanada berücksichtigen – erste Testläufe in Europa haben jüngst begonnen. Für Deutschland liegt noch kein Termin vor.

(lbe)