Apple entfernt Bibel- und Koran-Apps aus chinesischem App Store

Medienberichten zufolge wurden die Apps von Behörden als "illegale religiöse Texte" bezeichnet. Apple muss sich laut eigenen Angaben an lokale Gesetze halten.

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Schutz bei der Arbeit

Mitarbeiter in einem chinesischen Apple Store.

(Bild: dpa, Mark Schiefelbein/AP/dpa)

Von
  • Ben Schwan

Apple hat mehrere Religions-Apps aus dem lokalen iOS- und iPadOS-Angebot der Volksrepublik China entfernt. Das berichten übereinstimmend das Portal Insider und die britische Senderkette BBC. Den Angaben zufolge wurde zunächst das Programm Quran Majeed gelöscht, das eine der populärsten Koran-Apps weltweit sein soll – mit über 5 Millionen Downloads und angeblich über 35 Millionen Nutzern.

Apple soll auf Anfrage der BBC auf seine eigene "Human Rights Policy" verwiesen haben, in der es heißt, man sei "verpflichtet, sich an lokale Gesetze zu halten". Manchmal gebe es "komplexe Probleme, zu denen wir mit Regierungen nicht übereinstimmen", heißt es darin. Gegenüber Insider hieß es, die Apps hätten gegen Gesetze verstoßen, die das "Anbieten illegaler religiöser Texte" verbieten.

Die gesperrte Bibel-App soll das Programm Bible vom Entwickler Olive Tree sein. Beide Löschungen hatte zunächst das Portal Apple Censorship entdeckt, das Zensurmaßnahmen im App Store trackt. Der pakistanische Entwickler von Quran Majeed teilte mit, Apple habe ihm geschrieben, die App sei von der Cyberspace Administration of China (CAC) als illegal bewertet worden, woraufhin Apple sie gelöscht habe. Verstöße gegen die CAC-Regeln sind gleichzeitig Verstöße gegen Apples App-Review-Richtlinien. Man versuche jetzt, Kontakt mit der CAC aufzunehmen, so der Entwickler. Die App habe allein in China eine Million Nutzer.

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Weder der Islam noch die christliche Religion sind in der Volksrepublik offiziell verboten. Allerdings stehen Minderheiten zum Teil massiv unter Druck oder werden sogar verfolgt. Apple hatte zuvor mit Vorwürfen von Zwangsarbeit in der eigenen Lieferkette zu tun, die sich in der muslimisch geprägten Provinz Xinjang abgespielt haben soll. Apple hat große Interessen in dem Land. So ist China ein enorm wichtiger Markt, gleichzeitig aber auch größter Produktionsstandort des Konzerns.

(bsc)