Apple führt Datenschutz-Labels für jede App ein

Apple hat seine App-Läden um eine verbindliche Datenschutzkennzeichnung erweitert. Nutzer sollen so schnell erkennen, welche Daten Apps erfassen möchten.

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Datenschutz-Label in iOS 14.3

iOS 14.3 und Apples andere Systeme zeigen nun im App Store eine neue Datenschutzkennzeichnung für alle Apps.

Von
  • Leo Becker

Der App Store erhält eine neue Ansicht für "App-Datenschutz", die für mehr Transparenz sorgen soll: Die Angaben sollen schon vor dem Download einen Überblick geben, an welchen Daten eine App interessiert ist. Nach der Installation bleibt die gewohnte Möglichkeit, den Apps bestimmte Freigaben gar nicht oder nur eingeschränkt zu erteilen – etwa den Zugriff auf den Standort.

Apple teilt die Datenschutzangaben in die drei Bereiche "Daten, die zum Tracking deiner Person verwendet werden" sowie mit dem Nutzer direkt verknüpfte und "nicht verknüpfte" Daten auf. Unter "Tracking" versteht der Konzern das Erstellen von Nutzerprofilen zu Werbezwecken, bei dem die in einer App gesammelten Daten mit Daten aus anderen Apps oder auch von Webseiten und Offline-Angeboten zusammengeführt werden.

Entwickler und App-Anbieter müssen die Informationen selbst an Apple übermitteln, das erfolgt im Rahmen der App-Zulassung und ist bei Einreichung eines Updates seit kurzem verbindlich vorgeschrieben – ebenso wie für neue Apps. Eine Änderung der Software oder die Anpassung des Geschäftsmodells sei nicht erforderlich, so Apple.

Der iPhone-Konzern sieht hier die Anbieter in der Pflicht, wahrheitsgemäße Angaben zu machen und diese auf aktuellem Stand zu halten. Die Angaben zum App-Datenschutz sind mit den jüngsten Updates in allen Betriebssystemen des Herstellers zu finden – ab iOS und iPadOS 14.3, macOS 11.1, watchOS 7.2 und tvOS 14.3.

Die Vorgabe gilt auch für Apples hauseigene Apps, wie das Unternehmen betonte, sie tragen also ebenfalls die Datenschutzkennzeichnung. Bei vorinstallierten Apps, die es nicht im App Store gibt, wie etwa Nachrichten (iMessage), können Nutzer die Datenschutz-Angaben in Support-Dokumenten finden.

Mit WhatsApp hat ein erster großer App-Anbieter die Datenschutz-Labels im Vorfeld kritisiert: Der Messenger sieht sich nicht nur gegenüber dem vorinstallierten iMessage-Dienst im Nachteil, sondern hält die Kennzeichnung auch für irreführend, diese gebe Maßnahmen zum Datenschutz nicht richtig wieder. Für die eigene App erläutert die Facebook-Tochter die verzeichneten Angaben nochmals einzeln. Apple betonte, dass es sich bei der jetzigen Umsetzung um einen Startpunkt handelt, den man nach Feedback von Nutzern und Entwicklern weiterentwickeln wolle.

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(lbe)