Apple geht gegen heimliches Nutzer-Tracking in iPhone-Apps vor

Neue Funktionen in iOS 14 sollen ungewollten Zugriff auf Nutzerdaten unterbinden. Apps erhalten eine Datenschutzkennzeichnung.

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App-übergreifendes Tracking soll künftig nur noch möglich sein, wenn der Nutzer vorher zustimmt.

(Bild: chainarong06/Shutterstock.com)

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iOS-Apps müssen künftig als Pflichtangabe aufführen, welche Daten sie erfassen. Der App Store soll diese Angaben dann prominent und in leicht verständlicher Form anzeigen – ähnlich wie die Nährwertkennzeichnung auf Lebensmitteln. Nutzer könnten so schnell sehen, mit welchen Daten möglicherweise ein Werbe-Tracking erfolgt und welche Informationen mit persönlichen Angaben oder Gerätedetails verknüpft sind, wie Apple mitteilte. Die neue Kennzeichnung erfolgt zusätzlich zu bislang schon hinterlegten Datenschutzerklärungen, die viele Nutzer allerdings gar nicht erst lesen dürften.

Für Entwickler und App-Anbieter werden diese Angaben demnächst Pflicht, erklärt der iPhone-Hersteller auf seiner Developer-Seite – eingeführt werden dürfte die neue Kennzeichnung im Herbst. Sind in Apps Analyse-Tools oder Werbe-SDKs integriert, müsse der Entwickler auch auf deren Datensammlung hinweisen.

Die neue Datenschutzkennzeichnung soll prominent im App Store auftauchen.

(Bild: Apple)

Künftig geben iOS und iPadOS den "Advertising Identifier", der ein App-übergreifendes Tracking ermöglicht, nicht mehr einfach an Apps heraus: Mit iOS 14 müssen Programme erst die Erlaubnis des Nutzers für ein Tracking einholen, erst dann erhalten sie Zugriff auf die Ad-ID, wie Apple schreibt.

Mehr Infos

Wie Sie das Werbe-Tracking von iPhone-Apps sofort einschränken können, lesen Sie in iPhone und iPad: 31 Tipps für Fortgeschrittene.

Tracking umfasse eine Datensammlung zum Zweck gezielter Werbung als etwa auch die Weitergabe des Nutzer-Standortes an Dritte. Auch häufig eingebettete SDKs mit Analysefunktionen können unter Tracking fallen, wenn diese die erhobenen Daten dafür einsetzen, so Apple.

Neue Schutzfunktionen sollen zudem Schlupflöcher schließen, die bislang einen ungewollten Datenzugriff ermöglichen: Aktivieren Apps die iPhone-Kamera oder das Mikrofon wird dies in iOS 14 durch kleine farbige Punkte in der Statusleiste signalisiert, bislang erlaubt die einmalige iPhone-Kamerafreigabe auch Geheimaufnahmen.

Nutzer können sich außerdem entscheiden, künftig nicht mehr ihren exakten Standort für Apps freizugeben, sondern nur eine grobe Angabe. Zudem lassen sich für Apps dann einzelne Fotos freigeben, statt diesen den Zugriff auf die gesamte Fotobibliothek einräumen zu müssen. Auch die stille Abfrage der Zwischenablage will Apple mit iOS 14 nicht länger dulden, es erscheinen nun Hinweise in der Beta, wie Entwickler berichten – Apps sollten also darauf hinweisen. Neu ist außerdem, dass Nutzer Apps auch den Zugriff auf das lokale Netzwerk erst erlauben müssen.

(lbe)