Apple: iMessage für Android würde "uns mehr schaden als nutzen"

Wäre der Messaging-Dienst plattformübergreifend, würde ein "Hindernis" für den Android-Switch wegfallen, heißt es aus Apples Führungsriege.

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(Bild: Farknot Architect/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple hat sich laut Aussagen von Spitzenmanagern schon vor Jahren bewusst dagegen entschieden, iMessage auf Android zu bringen. Man hätte eine Android-Version des Messaging-Dienstes entwickeln können, um einen "nahtlosen Austausch" von Nachrichten mit iOS-Nutzern zu ermöglichen, habe das aber schon 2013 verworfen, zitieren Anwälte von Epic Games aus einer eidesstattlichen Aussage von Apples Dienste-Chef Eddy Cue (Epic vs. Apple, Aktenzeichen 4:20-cv-05640, United States District Court Northern District of California Oakland Division).

Apples Software-Chef Craig Federighi habe in einer Anhörung darauf verwiesen, dass iMessage für Android einfach nur "ein Hindernis für iPhone-Familien entfernt, ihren Kindern Android-Geräte zu geben", heißt es in den von Epic eingebrachten Gerichtsunterlagen. Es sei eine "schlechte Idee", Apples "Alleinstellungsmerkmale zu eliminieren", um so den Wechsel auf eine andere Plattform zu erleichtern, wird Federighi zitiert. Apples langjähriger Marketing-Chef Phil Schiller habe intern gegenüber einem Mitarbeiter darauf verwiesen, dass eine Android-App für iMessage Apple "mehr schaden als nutzen" würde.

Die Aussagen stammen aus mehreren Hundert Seiten langen Eingaben im großen Rechtsstreit zwischen Epic Games und Apple, die Gerichtsverhandlung beginnt im Mai. Epic will eine Öffnung von iOS für alternative App-Läden erzwingen und die bislang feste Vorgabe zur Verwendung von Apples Bezahlschnittstelle für den Kauf digitaler Inhalte in Apps aufbrechen. Apple sieht einen Vertragsbruch bei Epic und pocht auf sein App-Store-Modell – es diene der Sicherheit des Kunden. Die Passage mit den Aussagen zu iMessage soll Apples "Lock-In-Mechanismen" darlegen.

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Spekulationen über eine Android-Version von iMessage gibt es immer wieder, offenbar zirkulierten vor rund fünf Jahren intern bei Apple Design-Entwürfe für eine entsprechende Bedienoberfläche. Apple erteilte einer Android-App damals eine klare Absage: Man sehe keinen Anlass dafür, schließlich fördere die Eingrenzung des Messaging-Dienstes den Verkauf eigener Hardware – und die Nutzerbasis sei groß genug, um Daten für Künstliche Intelligenz zu liefern.

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(lbe)